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Kuba - Spitzenfunktionäre nur noch 10 Jahre im Amt

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Kuba - Spitzenfunktionäre nur noch 10 Jahre im Amt

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Romantisch altmodisch mag Havanna vielleicht ausländischen Touristen gefallen – für die Kubaner sind die alten Ami-Schlitten ein Zeichen für verschlafene Reformen.

20 Jahre, nachdem den Castros ihre sozialistischen Förderer abhanden gekommen sind, fehlt es an allem – von Autos, Maschinen, Ersatzteilen bis zu Lebensmitteln. Zahnlos ist die Revolution geworden, wie dieser alte Mann, der den Herrschenden zwar gute Absichten zubilligt, die nur leider nichts bringen.

Die kleinen Privatläden, die seit dem vergangenen Jahr erlaubt sind, bringen auch kaum etwas.

Dabei müssen bis 2015 rund 1,8 Millionen bisher in den unrentablen Staatsbetrieben Beschäftigte in der Privatwirtschaft ihr Auskommen finden.

Der oppositionelle Ökonom Oscar Espinoza sagt, die Reformen würden im Pferdewagen hinterher zuckeln, während die Krise im Flugzeug davon brause. Eine gefährliche Entwicklung.

Ein Beispiel für die Halbheiten im Reformprozess sind die “libretas”, Bezugsscheine für subventionierte Waren. Sie sollen abgeschafft werden ebenso wie die doppelte Währung, ohne dass die Versorgung anderweitig gesichert ist.

Die Lebensmittelexporte werden um 25 % teurer, hatte Raul Castro gerade angekündigt.

Dieser erste Parteitag seit 14 Jahren ist ein einziges Zeichen der Hilflosigkeit, mit Margot Honnecker als Ehrengast. Sein wichtigster Beschluss: Niemand soll eine Führungsposition länger als zehn Jahre innehaben! Die alte Garde tritt jetzt nach 50 Jahren an der Spitze ab!

Diese Veränderungen findet der “Mann auf der Straße” gut und nötig. Schließlich habe sich die Welt in 50 Jahren verändert.

Es fehlen aber die jungen Führungskader, denn die alte Garde hat es versäumt, rechtzeitig Nachwuchs für Führungspositionen ausbilden zu lassen.

Und politische Reformen mit mehreren Parteien und Meinungsfreiheit sind schon gar nicht in Sicht.