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Schwere Gewalt und viele Tote nach Nigerias Präsidentenwahl

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Schwere Gewalt und viele Tote nach Nigerias Präsidentenwahl

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In den Unruhen nach der nigerianischen Präsidentenwahl sind offenbar Dutzende Menschen getötet worden. In etlichen Fällen wurden Häuser angezündet, ebenso wie Kirchen oder Moscheen; auf den Straßen mancher Städte fanden sich verkohlte Leichen.

Eine Zahl von über dreißig Toten ergibt sich alleine aus Berichten von Helfern und Augenzeugen in größeren Städten. Die Unruhen konzentrierten sich auf den Landesnorden. Ein Zentrum war die Stadt Kaduna.

Die Polizei dort sei überlastet gewesen, sagt Haruna John, der Polizeichef des Bundesstaats Kaduna. Tausende Menschen hätten sich an den Unruhen beteiligt, im ganzen Staat könnte es bald eine Million gewesen sein.

Nigerias nördliche Hälfte ist moslemisch geprägt: Von hier stammt Muhammadu Buhari, der aussichtsreichste Herausforderer bei der Wahl, der dann aber doch deutlich verlor. Gewinner war der Amtsinhaber Goodluck Jonathan, ein Christ aus dem Süden.

Jonathan bekam 57 Prozent der Stimmen, Buhari dagegen nur 31 Prozent. Auch eine andere Hürde nahm der alte und neue Staatspräsident gleich im ersten Durchgang: die nötige Mindestanzahl von Stimmen in zwei Drittel des Bundesstaaten. Buhari spricht angesichts seiner deutlichen Niederlage von Unregelmäßigkeiten bei der Wahl und verlangt eine Neuauszählung.