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Golf von Mexiko - ein Jahr nach der Ölkatatstrophe

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Golf von Mexiko - ein Jahr nach der Ölkatatstrophe

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Seit einem Jahr gilt das Wort vom “Supergau” auch bei der Erdölförderung. Der zweifelhafte Ruhm des ersten Verursachers kommt dem britischen Ölkonzern BP zu. Der Feuerball entflammte im Golf von Mexiko, als Folge der Explosion der Bohrplattform “deepwater horizon”.

Die Spuren sind auch ein Jahr danach überdeutlich sichtbar.

Ölverschmierte Seevögel, schwarze Brocken des für jedes Leben giftigen Erdöls im Wasser und an Land.

Die Satellitenaufnahme zeigt, wie die Folgen der Katastrophe bis ins Mississippidelta hineinreichen.

Der Wissenschaftler Dr. Paul Sammarco von der Lousiana University nennt es den schlimmsten Eingriff in diese Lebenswelt im und am Wasser. Es sei schwer abzuschätzen, aber womöglichen könnten die Spuren noch in Tausenden von Jahren spürbar sein.

Hingegen sein Kollege Dr. Quenton Dokken von der Golf of Mexico Fundation sieht beim Blick auf den gesamten Golf nur eine vergleichsweise geringe Beeinträchtigung.

Die konkret geschädigten Anwohner verdammen Verursacher BP. Tausend Kilometer Küste wurden verschmutzt, als 480 Millionen Liter Rohöl ins Meer strömten. Erst nach vier Monaten konnte das Leck in 1.500 Metern Tiefe geschlossen werden.

James Guerineau verchartert Boote für Angelausflüge. Er hofft mit dem Mut der Verzweiflung darauf, dass seine Kunden zurückkommen und wieder fischen wollen.

Ihm hat Präsident Barack Obama sicher aus dem Herzen gesprochen, als er zum Jahrestag der Katastriophe versicherte, BP und andere schuldige Parteien voll zur Verantwortung zu ziehen.

“Aggressive Reformen” – so die Formulierung des Präsidenten, sollen helfen, den für die heimische Ergieproduktion notwendigen Ausbau der Ölförderung im Golf sicher zu gestalten.

“Es ist heute immer noch Öl im Golf”, gibt der Meeresbiologe von Greenpeace zu bedenken.

“Das ist im Wasser, im Sediment, im Meeresboden.

Viel davon wurde in Feuchtgebiete gespült.

Und alle Meeretiere essen es heute noch.”

Schmierige Schlieren im Wasser dort wo die biologisch einzigartigen Feuchtgebiete beginnen.

Die Auswirkungen auf die Umwelt sind noch gar nicht abzuschätzen.

Der Wissenschaftler William Murray verweist auch auf die chemischen Mittel, die tonnenweise ins Meer gekippt wurden, um das Öl zu binden.

Deren Langzeitwirkung müsse erst erforscht werden.

Niemand weiss, die die Natur sich entwickeln wird.