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Nigeria wählt Gewalt

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Nigeria wählt Gewalt

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Eigentlich sollten die Parlamentswahlen in Nigeria vorbildlich ablaufen, das Land demokratischer und geeinter machen – doch die Abstimmung führte zu Tod, Gewalt und Zerstörung. Mindestens 50 Menschen sind bei Ausschreitungen im muslimisch geprägten Norden umgekommen, berichten Zeugen vor Ort. Beobachter fürchten noch weit mehr Opfer.

Der christliche Amtsinhaber Goodluck Johnathan hatte die Wahl am Wochenende gewonnen, 57 Prozent der Wahlberechtigten sprachen sich für Johnathan aus. Und damit etwa doppelt so viele, wie für seinen muslimischen Herausforderer Muhammadu Buhari. Nach der Wahlniederlage Buharis zogen seine wütenden Anhänger durch Städte wie Kaduna und Kano.

Sie zündeten Kirchen und Wohnhäuser an, zerstörten Geschäfte und machten Jagd auf Christen und Angehörige anderer Minderheiten. Buhari rief wie Johnathan zur Ruhe auf. Er nannte die Gewalt eine Schande und distanzierte sich von ihr.

Kirchen anzuzünden sei keine Antwort auf politische Unzufriedenheit, so Buhari. Gleichzeitig sagte er, es habe massive Wahlfälschungen gegeben. Nigeria ist gespalten in einen überwiegend muslimischen Nordteil und den christlich geprägten Süden.