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Fukushima, mon amour


Japan

Fukushima, mon amour

100 000 Yen – 800 Euro – soll es künftig kosten, wenn sich Fukushima-Anrainer auf eigene Faust in ihre Heimatorte begeben – Festnahme durch dîe Polizei nicht ausgeschlossen.

Bei einem Besuch in der Provinz Fukushima erklärte Japans Ministerpräsident Naoto Kan die Region in einem Radius von 20 Kilometern um die Atomruine zum Sperrgebiet, das niemand ohne staatliche Genehmigung betreten dürfe.

“Halten Sie sich ran, der Ministerpräsident sollte vorneweg gehen und viel mehr Führungsqualitäten zeigen. Machen Sie dieser Situation hier ein Ende, So bald wie möglich, bitte. Ich bitte Sie, aus ganzem Herzen,”

schimpfte einer von rund 80 000 ehemaligen Bewohnern der Sperrzone.

Immer wieder suchten Menschen in der 20-Kilometer-Zone nach persönlichen Habseligkeiten und setzen sich gefährlichen Strahlendosen aus.

Sie sollen künftig in Gruppen mit Bussen ins Sperrgebiet fahren können – drei Kilometer vor den Reaktoren ist auch für sie Schluss. Auch wer im Umkreis von 30 Kilometern wohne, solle die Gegend verlassen, so die Regierung – freiwillig.

Im evakuierten Gebiet hatte die Polizei 3500 Häuser überprüft – 60 waren tatsächlich noch bewohnt.

130 000 Evakuierte und Obdachlose sitzen seit sechs Wochen in Behelfsunterkünften fest. Seit der dreifachen Katastrophe – Erdbeben, Tsunami, Atom -sind 28 000 Japaner tot oder vermisst.

Die Regierung will die AKW-Betreiberfirma Tepco vor dem Bankrott bewahren. Ein Fonds mit zweistelligen Milliardenbeträgen in Euro soll eine Verstaatlichung de jure vermeiden.

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