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Im Angebot: Frische Haut aus Stuttgart

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Im Angebot: Frische Haut aus Stuttgart

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Es klingt wie Science-Fiction, doch im Stuttgarter Fraunhofer Institut ist sie Wirklichkeit geworden: Die Herstellung künstlicher Haut.

Dafür entnehmen Forscher dem Körper Haut-Zellen, die sie anschließend isolieren und durch Zellkulturtechniken vermehren, bis daraus neues Gewebe entsteht.

Da dafür eine äußerst sterile Umgebung notwendig ist, werden für die Herstellung vor allem Maschinen benutzt.

Zwar gelingt es Forschern in Speziallaboren und teurer Handarbeit bereits heute, Haut herzustellen. Dass nun aber eine Maschine in der Lage ist, menschliches Gewebe automatisiert herzustellen, ist neu.

Heike Walles, Leiterin der Abteilung Zellsysteme am Fraunhofer-Institut:

“Das Besondere an unserer Technik ist, dass wir tatsächlich dreidimensional aufbauen. Es gibt heute auch schon Hauttestsysteme, die für diese Anwendung eingesetzt werden, aber die haben nur eine Schicht. Und durch diese komplexe Technologie und auch diese Entwicklung im Bereich der Trägermaterialien, die wir machen, sind wir in der Lage, mehrere Schichten der Haut aufzubauen und mehrere Zelltypen miteinader in einem Ansatz kultivieren zu können.”

Damit könnten in Zukunft ganze Organe ersetzt werden, die ebenfalls über eine komplexe dreidimensionale Struktur verfügen. Das liegt aber noch in weiter Ferne, da die Regelungen der Europäischen Union dazu sehr strikt sind. Die Forscher rechnen aber fest damit, dass sie das OK der EU bekommen werden.

Bis dahin wollen sie ihre monatlich rund 5000 daumennagelgroßen Hautstücke hauptsächlich für Pharma- und Kostmetikfirmen produzieren. Denn dort sollen sie Tierversuche beispielsweise für die Entwicklung von Medikamenten und Kosmetik überflüssig machen.