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Jod 131 mit der Muttermilch eingesogen ?

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Jod 131 mit der Muttermilch eingesogen ?

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In Japan soll Muttermilch auf Strahlenbelastung getestet werden. Das Gesundheitsministerium reagiert damit – vorsichtshalber – wie es heißt, auf Muttermilch-Tests einer Nichtregierungsorganisation in vier Regierungsbezirken im Umfeld von Tokio. Sie hatten leicht erhöhte Werte des radioaktiven Jods 131 ergeben.

Für ältere Kinder wurde vorläufig ein erhöhter Strahlen-Grenzwert festgelegt – er ergibt bei täglich acht Stunden an der frischen Luft eine jährliche Strahlendosis von bis zu 20 Millisievert. Dieser Grenzwert der International Commission on Radiological Protection macht keinen Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern. Kinder reagieren empfindlicher auf Strahlen als Erwachsene.

Die japanische Regierung hat rund um die Atomruine in Fukushima Sperrzonen eingerichtet – drei Kilometer sind völlig tabu, 20 Kilometer dürfen nur mit Erlaubnis betreten werden – sonst drohen umgerechnet rund 800 Euro Geldstrafe. Auch wer im Umkreis von 30 Kilometern wohne, solle die Gegend verlassen, so die Regierung – freiwillig.

Mit diesen Nachrichten kam Japans Regierungschef Naoto Kan auf Besuch in der Provinz Fukushima

“Halten Sie sich ran, der Ministerpräsident sollte vorneweg gehen und viel mehr Führungsqualitäten zeigen. Machen Sie dieser Situation hier ein Ende, So bald wie möglich, bitte. Ich bitte Sie, aus ganzem Herzen,” schimpfte ein ehemaliger Bewohner der Sperrzone.

130 000 Evakuierte und Obdachlose sitzen seit sechs Wochen in Behelfsunterkünften fest. Seit der dreifachen Katastrophe – Erdbeben, Tsunami, Atom -sind 28 000 Japaner tot oder vermisst.

In Tokio bebte die Erde auch vor ein paar Stunden wieder, das US- Erdbebeninstitut maß eine Stärke von 6,3. Seit dem Beben der Stärke 9 hat es hunderte Nachbeben gegeben.

Die Regierung will die AKW-Betreiberfirma Tepco vor dem Bankrott bewahren. Ein Fonds mit zweistelligen Milliardenbeträgen in Euro soll eine Verstaatlichung de jure vermeiden.