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Libysche Rebellen erobern Grenzübergang zu Tunesien

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Libysche Rebellen erobern Grenzübergang zu Tunesien

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Im Kampf um die seit sieben Wochen belagerte libysche Stadt Misrata hat die Nato schwere Vorwürfe gegen die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi erhoben. Sie würden sich als Zivilisten verkleidet in der Nähe von Krankenhäusern verstecken, von Moscheedächern feuern und Frauen und Kinder als Schutzschilde missbrauchen, sagte der Kommandant des Libyen-Einsatzes, General Charles Bouchard. Zivilisten fordete er auf, sich so weit wie möglich von Gaddafis Truppen fernzuhalten, um nicht in die Schusslinie zu geraten.

Der Beschuss Misratas mit schweren Waffen und Streumunition sei möglicherweise ein Kriegsverbrechen, so die Vereinten Nationen.

Gaddafis Truppen haben die Rebellen in die Innenstadt zurückgedrängt – um die letzte von Regierungsgegnern gehaltene Stadt im Westen des Landes tobt ein Häuserkampf.

Während ein Rebellensprecher namens Abdel-Salam den NATO-Einsatz in Misrata als ineffizient kritisierte, eroberten Rebellen offenbar den Posten Wazzin an der Grenze zu Tunesien.

Dabei zwangen sie 13 Gaddafi-treue Soldaten, unter ihnen zwei Generäle, zur Flucht ins Nachbarland, meldete die staatliche tunesische Nachrichtenagentur (TAP).

Im Osten des Landes ändert sich der Frontverlauf in der Umgebung von Brega und Adschdabija fast stündlich.

Die USA wollen die libysche Opposition jetzt zum ersten Mal direkt unterstützen, mit medizinischen Artikeln, Uniformen, Schutzausrüstung, Radios und Nahrungsmitteln im Wert von gut 17 Millionen Euro, so Außenministerin Hillary Clinton.

Mit Italien und Großbritannien haben sich die Rebellen nach Angaben von Abdelhafizh Ghoga, einem führenden Mitglied des Übergangsrates, inzwischen auf Waffenlieferungen und die Entsendung von Militärexperten geeinigt.