Eilmeldung

Eilmeldung

Ungarn: Neonazis terrorisieren Roma-Dorf

Sie lesen gerade:

Ungarn: Neonazis terrorisieren Roma-Dorf

Schriftgrösse Aa Aa

In Ungarn sind rund 300 Roma vom Roten Kreuz aus einem kleinen Dorf ausgefahren worden. Laut einem Romavertreter sollten die Menschen vor den Umtrieben von Rechtsradikalen in Sicherheit gebracht werden. Das Rote Kreuz fuhr vorwiegend Frauen und Kinder aus der Ortschaft Gyöngyöspata aus. Ein Großaufgebot der Polizei war im Dorf, wo sich zum Wochenende zahlreiche militante Neonazis zu einem Trainingscamp treffen wollten. Eine rechtsradikale Miliz hatte nahe dem vorwiegend von Roma bewohnten Dorf vor einem Monat ihr Übungslager aufgeschlagen. Von seiten der Regierung in Budapest hieß es allerdings, die Roma seien nicht wegen einer Notsituation evakuiert worden, vielmehr handele es sich um einen seit längerem vom Roten Kreuz geplanten Osterausflug. Das Rote Kreuz in Ungarn bestätigte diese Darstellung gegenüber der dpa. Gyöngyöspata war schon vor drei Monaten von paramilitärischen Nazibanden terrorisiert worden. Ein Problem, das ganz Ungarn heimsucht: In vielen Orten haben sich rechtsradikale Bürgerwehren gebildet, um gegen die angebliche Roma-Kriminalität vorzugehen. Ungarns Regierung betonte, sie wolle nicht zulassen, dass das staatliche Gewaltmonopol von den Nazis untergraben werde.