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Tschernobyl - Fukushima, vergleichbar?

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Tschernobyl - Fukushima, vergleichbar?

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Tschernobyl – 25 Jahre danach. Der Unglücksreaktor sieht in der Frühlingslandschaft aus wie ein beliebiges Industriedenkmal, an dem ein Flüsschen vorbeiplätschert.

Spätestens seit dem Reaktorunglück von Fukushima in Japan ist auch Tschernobyl wieder weltweit ins Bewusstsein der Menschen gerückt.

Es werden Vergleiche angestellt.

Der Unfall von Fukushima wurde auf das Höchstniveau 7 hochgestuft, das bis dahin nur für Tschernobyl galt. Der Fachmann von französischen Institut für nukleare Sicherheit verweist auf Unterschiede.

“In Tschernobyl begann alles mit menschlichem Versagen, dessen Folgen dann durch die Techologie verschlimmert wurden. In Fukushima war eine Naturkatastrophe der auslösenden Faktor”, betont Dr. Michel Chouha. Deshalb sind seiner Meinung nach die Konsequenzen beider Atomunfälle nicht vergleichbar.

Die Folgen von Tschernobyl – das ist zuerst die immer noch strahlende Ruine, denn hier wurde das Dach des Reaktors weggesprengt. Deshalb wurde zum Schutz ein Sarkophag aus Beton darüber gebaut, der nach 25 Jahren erneuert werden muss.

So soll ein neues Dach darüber geschoben werden – 257 Meter breit, 164 Meter hoch und 110 Meter lang.

Juri Andrejev sieht da noch offene Fragen:

So wird der neue Sarkophag aus leichtem Material gebaut. Damit wird das Hauptproblem nicht gelöst: Hochradioaktives Material liegt dort immer noch.

Das zu beseitigen ist technisch am schwierigsten.

Andrejew leitet den Verband der ehemaligen Liquidatoren, jener Männer, die gleich nach dem Unfall ihr Leben einsetzten.

In der Ukraine setzt man trotzdem weiter auf Atomkraft. Vier AKW laufen, 15 weitere sollen entstehen. Allerdings unter verschärften Bedingungen, wie der Fachmann Dr. Michel Chouha erklärt: “Atomenergie kann der Menschheit große Dienste erweisen, aber es bleibt eine potentiell gefährliche Technologie. Deshalb sei es unbedingt nötigt, sich vorausschauend mit schweren Störungen oder Unfällen auseinanderzusetzen.”

Tue man das nicht, sei das Scheitern programmiert.

Auf die Frage, wohin mit dem strahlenden Abfall, hat auch er keine Antwort.