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Berlusconi und Sarkozy fordern Schengen-Reform

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Berlusconi und Sarkozy fordern Schengen-Reform

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Rom und Paris haben ihren Streit um das Flüchtlingsproblem beigelegt. Die Regierungschefs Silvio Berlusconi und Nicolas Sarkozy machen sich für eine Überarbeitung des Schengen-Abkommens stark.

Sie wollen in Ausnahmefällen die Möglichkeit haben die Grenzen innerhalb Europas zu kontrollieren. In einem Schreiben an die EU-Kommission fordern sie eine bessere Kooperation zwischen Brüssel und den Ländern, die Flüchtlingsprobleme haben.

Berlusconi erklärte: “Wir haben über Schengen gesprochen. Wir wollen Schengen nicht in Frage stellen, aber angesichts dieser außergewöhnlichen Umständen, glauben wir alle beide, dass das Schengener-Abkommen geändert werden sollte. Wir haben beschlossen gemeinsam daran zu arbeiten.” Sarkozy betonte seinerseits: “Wir wollen, dass der Vertrag lebt, aber damit er lebt, muss er reformiert werden.”

Das Schengen-Abkommen garantiert derzeit Reisefreiheit ohne Passkontrollen in 25 Ländern.

Seit Beginn der Umwälzungen in Nordafrika sind rund 26.000 Flüchtlinge aus der Region nach Italien gekommen, die meisten von ihnen sind Tunesier.

Rom stattete die Flüchtlinge mit Papieren aus, um ihnen die Weiterreise zu ermöglichen. In manchen Fällen wurde ihnen ein Zugticket nach Ventimiglia, an der Grenze zu Frankreich bezahlt. “Normalerweise kostet eine Fahrkarte von Rom nach Ventimiglia 120 Euro, für mich war die Fahrt umsonst,” so ein Flüchtling.

Rom und Paris setzen sich für einen Ausbau der europäischen Grenzschutzagentur Frontex ein, damit die Flüchtlinge künftig an den Außengrenzen Europas abgefangen werden. Frankreich und Italien wollen sich um eine neue Partnerschaft mit den nordafrikanischen Ländern bemühen.