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Der Eiertanz von Sanaa

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Der Eiertanz von Sanaa

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Geht er ? Und wenn ja, wann ? Oder doch nicht ?

Im Jemen demonstrierten Hunderttausende gegen Präsident Ali Abdullah Salih, mindestens zwei Menschen starben.

Zuvor hatte Salih einen Vorschlag der arabischen Golfstaaten angeblich akzeptiert – der Kern er gibt nach 32 Jahren die Macht an den Vizepräsidenten ab und zwar binnen 30 Tagen. Dann wieder wollte er nur nach Wahlen weichen.

Je nach Beschlusslage war die Opposition bereit, sich an einer Regierung der nationalen Einheit zu beteiligen – oder auch nicht.

Am Mittwoch soll der Vorschlag in Ryad unterschrieben werden, hieß es in Sanaa.

Die Demonstranten machen erst einmal weiter.

Eine völlig verschleierte Frau:

“Ob sie sich einigen oder nicht, das ist uns egal. Dies ist ein Jugend-Revolution. Wir haben mit politischen Parteien nichts am Hut. Wenn der Vorschlag durchkommt, lassen sie ihn noch einen Monat lang machen.

Wenn er aber nicht gleich geht, dann stürmen wir seinen Palast. Wie es aussieht, will er einfach dieses Wort hier nicht verstehen: “Gehen Sie.”

Inzwischen sehen viele Regimegegner in Salihs angeblicher Rücktrittsbereitschaft eine Finte, um bis zur Wahl 2013 an der Macht bleiben zu können.

Seit Beginn der Unruhen Ende Januar sind nach Schätzungen weit mehr als 100 Menschen bei dem Machtkampf ums Leben gekommen.

Bei seiner ersten Debatte zur Krise im Jemen hatte der UN-Sicherheitsrat vor knapp einer Woche keine gemeinsame Haltung gefunden. Die Debatte war auf Antrag Deutschlands geführt worden.