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Virtueller Anatomieatlas und Darmkrebsvorsorge

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Virtueller Anatomieatlas und Darmkrebsvorsorge

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Diese Bilder sind das Ergebnis eines neuartigen Werkzeugs zum Verständnis der menschlichen Anatomie.

Das Tool “4D Anatomy” ist die Entwicklung des ungarischen Neurochirurgen Dr. Attila Balogh. Die Computersoftware des Wissenschaftlers stellt tausende 3D-Bilder des menschlichen Körpers bereit und ermöglicht damit eine virtuelle, und doch realistische Durchführung einer Sektion.

Der Anatomieatlas bietet Medizinstudenten und ausgebildeten Chirurgen eine wirklichkeitsnahe Trainingsmöglichkeit. Ein wichtiger Punkt: Es handelt sich nicht um computererzeugte Animationen sondern um die Reproduktion von zuvor aufgenommenen Bildern.

Dr. Balogh entwickelte den interaktiven Atlas am ungarischen Nationalinstitut für Neurochirurgie. Ein langjähriger Mitarbeiter ist Dr. Laszlo Kutor, Professor an der Obudai Universität in Budapest.

Der Ausdruck “4D” im Unterschied zu “3D” integriert zusätzlich die Dimension der Zeit. Denn das System nimmt nicht nur Bilder in drei Dimensionen auf, sondern macht diese auch in der Zukunft nachvollziehbar. Der Anatomieatlas kommt in Modulen auf den Markt. Die Bereiche Kopf und Hals werden als erste auf DVD und im Internet zu haben sein.

Darmkrebsvorsorge Dafydd Jones war 26 Jahre alt, als Ärzte bei ihm Darmkrebs diagnostizierten. Das ist zwei Jahre her, Jones hatte Glück. Wieder gesunded setzt er sich nun engagiert für die Darmkrebsvorsorge ein:

“Darmkrebs wird so oft in so vielen Weisen fehldiagnostiziert. Als chronische Darmkrankheit, Anämie, Morbus Crohn. Darmkrebs ist so schwer zu identifizieren. Jede neue Methode, die uns dabei helfen kann, ist notwendig und willkommen.”

Eine neue Form der Darmkrebsvorsorge ist die Flexible Sigmoidoskopie, die flexible Untersuchung des letzten Dickdarmabschnitts mittels einer dünnen, biegsamen Röhre mit einer Kamera an ihrer Spitze. Das medizinische Personal kann dann am Monitor den Darm auf verdächtige Wucherungen untersuchen. In Großbritannien wird jeder Bürger zwischen 55 und 60 zu einer Untersuchung mit der neuen Methode eingeladen.

Hazel Nunn vom Britischen Zentrum für Krebsforschung erklärt den Wert der neuen Methode:

“Die Resultate sind bisher hervorragend. Wir sprechen da oft von einem Durchbruch. Wichtig ist aber, dass die Untersuchung mit der flexiblen Röhre das Risiko einer tatsächlichen Erkrankung um ein Drittel verringen könnte. Die Hälfte aller Erkrankungen mit tödlichem Ausgang könnte somit verhindert werden.”

Viele Länder engagieren sich für die Darmkrebsvorsorge. Weltweit wurden im Jahr 2008 rund 1,24 Millionen Neuerkrankungen festgestellt. Laut Weltgesundheitsorganisation lebt der Großteil der Erkrankten in den Industrienationen.