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Die Vergessenen von Misrata

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Die Vergessenen von Misrata

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Krieg ist unmenschlich, immer. Trotzdem wird in Libyen gestritten, ob und welche Seite mit der Unmenschlichkeit zu weit gegangen ist.
 
Beispiel Misrata: Während hier weiter Bomben der Gaddafi-Truppen auf den Hafen fallen, ist ein Team der Vereinten Nationen unterwegs, um Hinweisen auf “systematische Angriffe libyscher Soldaten auf die Bevölkerung” nachzugehen, etwa durch den Einsatz schwerer Waffen gegen Zivilisten in Misrata.
 
 
Auch die Nato kassiert Kritik für ihre Angriffe auf Kommandozentren im Regierungsviertel von Tripolis: Man wolle seinen Freund Muammar Gaddafi töten, klagte Venezuelas Präsident Hugo Chavez.
 
Ramtane Lamamra, Kommissar der Afrikanischen Union für Frieden und Sicherheit, sagte:
 
“Wir fordern ein Ende der Kämpfe und auch der Luftangriffe. Die libysche Führung darf kein Ziel sein, die Infrastruktur ebensowenig.”
 
Es gebe kein Mandat, den libyschen Staatsführer zu töten, setzte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin dazu. Und wo käme man denn hin, wenn man auf “alle verkorksten Regime der Welt” Bomben werfen wolle.
 
Davon bekommen hunderte Wanderarbeiter aus dem südlichen Afrika nichts mit, auch nicht vom Internet-Appell von fünf Dutzend Stammesältesten gegen ein Zerbrechen Libyens.
 
Sie sitzen im umkämpften Hafen von Misrata auf der nackten Erde – ihr Schiff liegt draußen vor Anker und wartet.
 
Übrigens: Libyen hat Russland gebeten, eine Sitzung des Weltsicherheitsrates zu den Nato-Angriffen zu beantragen.