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Hackerangriff: Kunden empört über Sonys Informationspolitik

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Hackerangriff: Kunden empört über Sonys Informationspolitik

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Nach dem Hackerangriff bei Sony ist das Vertrauen vieler Kunden im Keller. Datenschützer hoffen, dass die Nutzer nun vorsichtiger mit persönlichen Daten umgehen.

Sonys Server waren vor gut einer Woche von Hackern angegriffen worden. Daten von bis zu 77 Millionen Nutzerkonten beim Playstation Network und dem Musik- und Videoservice Qriocity könnten gestohlen worden sein: Namen, Adressen, Passwörter. Einem Sony-Sprecher zufolge deutet derzeit nichts darauf hin, dass auch Kreditkartennummern gestohlen wurden, wie zunächst ebenfalls befürchtet. Sony schaltete auf den Angriff hin seine Systeme ab, informierte die Nutzer aber erst an diesem Dienstag. Das stieß vielen Kunden übel auf:

“Drei Tage wusste ich nicht, was los war – ob sie von Hackern angegriffen worden waren oder die Seite geschlossen hatten”, klagt ein Nutzer. “Sie haben mich nicht informiert – ich musste erst selbst auf ihrem Blog nach Informationen suchen.”

Auch Datenschützer bemängeln, dass die Kunden so spät informiert wurden. Für Sony ein großer Imageschaden – aber auch andere Unternehmen seien langfristig betroffen, meint Jonathan Gabay, Experte für Markenbildung: “Ich erwarte, dass die Leute sich jetzt bei allen Unternehmen und Marken Fragen stellen werden, wenn sie persönliche Daten eingeben müssen, das wird bleibende Folgen haben.”

Sony sucht weiter nach den Tätern und überarbeitet seine Sicherheitssysteme. Die Hackervereinigung Anonymous, die in Verdacht geriet, stritt eine Beteiligung an dem Angriff ab.