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Chinesen: Von Kinder-Narren zu Kinder-Feinden ?

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Chinesen: Von Kinder-Narren zu Kinder-Feinden ?

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Chinas Bevölkerung altert schnell.

Jünger als 14 Jahre ist inzwischen nur noch etwa jeder sechste Einwohner der Volksrepublik. Vor zehn Jahren war es noch jeder Fünfte gewesen. Das hat eine Volkszählung ergeben.

Die Resultate dürften die Debatte über die sogenannte Ein-Kind-Politik weiter anfeuern. Sie war 1980 mit dem Ziel eingeführt worden, das Bevölkerungswachstum zu bremsen. Danach ist Paaren in Städten nur ein Kind gestattet, Familien auf dem Land dürfen zwei Kinder haben.

Jeder zweite der heute rund 1,3 Milliarden Chinesen lebt inzwischen in einer Grossstadt.

Qiu Linwei (29) Finanzexpertin:

“Ich kann nicht wirklich sagen, ob die Regierung” die Ein-Kind-Politik stoppen sollte oder nicht. Jedenfalls, was mich betrifft – ich will nur ein Kind haben, so oder so. Viele Kinder – das würde ich gar nicht schaffen.”

Mr Li (26) aus Peking:

“Selbst wenn sie die Ein-Kind-Politik jetzt stoppen würden – die meisten Leute würden gar nicht zwei oder drei Kinder haben wollen. Ich glaube, die Wirkung ist inzwischen gleich null. Da gebe ich den vielen Experten recht.”

Besonders in Städten wie Hongkong, Singapur oder Peking ist die Kinderzahl inzwischen vor allem eine Geldfrage – auch Eltern aus dem Mittelstand beklagen hohe Kosten, etwa für Kindergärten und Wohnungen.

Für den großen Zensus, der nur alle zehn Jahre abgehalten wird, waren im November sechs Millionen Volkszähler zehn Tage lang von Tür zu Tür gegangen und hatten 400 Millionen Haushalte besucht.