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Fatah & Hamas - versöhnen sich die feindlichen Brüder?

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Fatah & Hamas - versöhnen sich die feindlichen Brüder?

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Auf die Plakaten stand das Wort “Einheit”.

Unter dieser Losung demonstrierten erst im vergangenen Monat zehntausende Palästinenser gleichzeitig im Westjordanland und im Gazastreifen.

Das war ein historisches Ereignis.

Und eine deutliche Botschaft an das Führungspersonal von Hamas und Fatah.

Zu den Wahlen 2006 war die Hamas erstmals als Partei angetreten – mit großem Erfolg.

Der Versuch von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas, mit Hamas-Chef Ismail Hanyieh als Ministerpräsident eine Zusammenarbeit zu befördern, scheiterte.

Im Juni 2007 brach im Gazastreifen der blutige Bruderkrieg aus. Mit dem Ergebnis, dass die radikalere Hamas die ihr zu weich agierende Fatah vor die Tür setzte und im Gazastreifen die Macht übernahm.

Lang ist es her, seit Jassir Arafat, der 1965 die Fatah gegründet hatte, mit Hamas-Gründer Scheich Jassin so freundschaftlich sprach.

Als der 1987 die Hamas aus einem Zweig der Moslembruderschaft heraus gründete, war die Spaltung der Palästinenser besiegelt.

Dem in Oslo ausgehandelten ersten Abkommen zwischen Arafats Palästinenserflügel und Israel applaudierte die Welt. Nur die feindlichen Brüder von der Hamas lehnten es in Bausch und Bogen ab.

Israel anerkennen – das ist für sie Teufelswerk.

Nun hat Streit noch immer jede Chance vermindert, den eigenen Interessen näher zu kommen.

Der Experte Uzi Rabi von der Universität Tel Aviv

sieht eindeutig Vorteile für beide, wenn sie gemeinsam verhandeln.Dann können sie mehr Druck ausüben auf Israel und die USA.

Denn so, wie die Hamas sich bisher verhält, bleibt sie für Israel wie für die internationale Gemeinschaft eine “terroristische Vereinigung”.

Yossi Beilin, der schon für Israel am Verhandlungstisch saß, will zuerst wissen, wie sich die Hamas zur Sicherheit verhält – er meint, ob weiter Raketen auf Israel fliegen – und zweitens müsse man wissen, ob die Hamas nun dem Palästinenserpräsidenten erlaubt, mit Israel über Frieden zu verhandeln.

Was hat heute besprochen wurde, ist nur ein allererster Schritt. Man muss davon ausgehen, dass eine Einigung der Palästinenser untereinander mindestens so schwierig ist, wie eine Einigung mit Israel.