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Hohe Kosten sorgen für Kritik

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Hohe Kosten sorgen für Kritik

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Nicht bei allen stößt die königliche Hochzeit auf Begeisterung. Kritiker werfen dem Königshaus vor, zuviele Kosten zu verursachen. Allein die Sicherheitsvorkehrungen belaufen sich auf über 20 Millionen Euro. In Zeiten der Wirtschaftskrise eine hohe Summe, findet ein Arbeitslose: “Das ist alles verrückt. Sie sollten das Geld für uns ausgeben und uns Möglichkeiten geben, damit wir einen Job finden können.”

Über 300.000 Euro soll das Hochzeitskleid kosten, 55.000 Euro die Blumendekoration. Aber Umfragen zufolge glauben 75 Prozent aller Briten, dass die Hochzeit auch die kritisch Gestimmten aufheitern wird.

Ein Brite erklärte: “Ich bin kein Königsfan. Ich bin gegen die Monarchie. Heutzutage denke ich, ist die Monarchie leider überaltert. Die Kosten für den Steuerzahler sind weit höher als die Einnahmen, die das royale Ereignis mit sich bringt.” Ein anderer Londoner sagte: “Es ist schön, der ganze Pomp und die Zeremonie und es ist gut für den Tourismus. Wir haben jedoch bereits die ganzen Paläste für die Touristen. Deshalb weiß ich nicht, was die Königsfamilie noch für einen Platz in der Gesellschaft hat.”

Der Glanz einer königlichen Hochzeit ist mit dem Ehedrama zwischen Prinz Charles und Diana verblasst. Nach der glamourösen Hochzeit im Jahr 1981 ließen sie sich in den neunziger Jahren wieder scheiden. Der Journalist Stephen Bates von “The Guardian” erklärt: “In den vergangenen 30 Jahren ist das Märchen im kalten Licht der Realität verschwunden. Das Bild stimmt mit dem echten Leben nicht überein.”

Aber nicht nur über die Kosten wird debattiert, auch die politsche Macht wird kritisiert – auch wenn sie nur selten eingesetzt wird. Die Filmemacherin Tessa Mayes betont: “Ich denke, es ist undemokratisch, ein royales Vorrecht zu haben und über verschiedene Rechte zu verfügen, ohne das Parlament zu fragen. Das Parlament repräsentiert uns alle. Wenn etwas in diesem Land passiert, sollten die Menschen und ihre Vertreter konsultiert werden und nicht jemand, der einfach in diese Position hinein geboren wurde. Mitglieder des Königshauses können Staatsoberhaupt des Landes sein. Das ist in einer modernen Demokratie unangebracht.”

Tausende Menschen werden sich trotzdem den Weg zur Westminster Abbey und Buckingham Palace bahnen, darunter auch zahlreiche Einheimische. Die meisten Briten wollen die Monarchie behalten.

Wenn man den sozialen Netzwerken Glauben schenkt, sind die Menschen zufrieden so wie es ist. Einer Umfrage auf Twitter zufolge unterstützen 67 Prozent die Königsfamilie.