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Johannes Paul 2.0 - Jetzt mit Heiligenschein

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Johannes Paul 2.0 - Jetzt mit Heiligenschein

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Der 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II. ist heute bei einer feierlichen Zeremonie in Rom seliggesprochen worden. Damit darf er offiziell mit einem Heiligenschein dargestellt werden. Millionen Pilger waren auf dem Petersplatz und in Rom versammelt, um an der Feier teilzunehmen. Papst Benedikt XVI. selbst sprach die Seligkeitsformel aus und feierte die Messe für Johannes Paul II. Dessen sterbliche Überreste werden voraussichtlioch am Montagabend an ihre neue Ruhestätte in der Sebastianskapelle im Petersdom gebracht. Zum Gedenktag für Johannes Paul II. erklärte Benedikt XVI. den 22. Oktober jedes Jahres. Viele Menschen hier zeigten sich bewegt von der Zeremonie. Noch bis morgen dauern die insgesamt dreitägigen Festlichkeiten. Um seliggesprochen zu werden braucht es ein Wunder, und dieses Wunder soll die Ordensschwester Marie Simon Pierre erlebt haben, sie soll nach Anrufung von Johannes Paul von Parkinson geheilt worden sein – der selige Papst selbst litt an dieser Krankheit. Die katholische Kirche akzeptierte dies als Wunderheilung und somit als Voraussetzung für die Seligsprechung. Als Reliqiue besitzt die Nonne eine Ampulle mit Blut des verstorbenen Papstes. Insgesamt vier dieser Ampullen gibt es. Begleitet wurde die Zeremonie auch von Kritik an der Seligsprechung, etwa von seiten der Opfer sexueller Gewalt durch katholische Geistliche. Aber auch von innerhalb der Kirche wurde Kritik laut, etwa an der Schnelligkeit des Seligsprechungsprozesses. Papst Benedikt habe mit dem Beginn der Seligsprechung kurz nach dem Tod Johannes Pauls begonnen, anstatt die kirchenrechtlich vorgeschriebenen fünf Jahre abzuwarten, das sagte der schweizer Theologe Hans Küng. Benedikt habe Kirchenrecht gebrochen, so Küng. Im Petersdom betete Benedikt nach der Messe am Sarg seines Vorgängers. Danach hatten die Gläubigen die Gelegenheit, es dem ihm gleichzutun.