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Polen sind stolz auf Seligsprechung

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Polen sind stolz auf Seligsprechung

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Hier in Krakau hat Karol Wojtyla lange gewirkt, bevor er zum Papst gewählt wurde und den Namen Johannes Paul II. annahm. Viele Polen verehren ihn und sind stolz auf seine Seligsprechung.

Wir trafen den ehemaligen Chefredakteur des katholischen Nachrichtenblattes ““Tygodnik Powszechny”, Adam Boniecki. Der Journalist und Priester war ein Vertrauter des Papstes. “Er hatte die große Hoffnung, dass durch die Erfahrung der Solidarnosc-Bewegung ein dritter Weg möglich wäre. Ohne die strikte Anwendung der Regeln des Kapitalismus, ohne den Sozialismus und Kommunismus, aber auf der Basis der Prinzipien von Solidarität, die aus der christlichen Kultur stammen. Der Papst war sich dessen sicher, er pflegte zu sagen: Dies ist etwas, dass wir der Welt bieten können und es kommt aus Polen.”

Der Pontifex hatte die Gewerkschaft Solidarnosc beim Kampf gegen den Kommunismus unterstützt. Doch Polen hat sich zuweit von der Politik des Papstes entfernt, findet der Journalist Michal Kuzminski. “Ich bin besorgt, denn hier in Polen ist er bekannt als ein Symbol, aber nicht wirklich als ein Denker oder Philosoph. Ich denke, wir sollten uns mehr darauf konzentrieren, über ihn zu lesen, als ihn einfach nur auf diese massive Art und Weise anzubeten.”

Die Prognose einer schnellen Säkularisierung Polens nach der kommunistischen Diktatur hat sich nicht erfüllt. Rund 95 Prozent der Einwohner bezeichnen sich immer noch als gläubige Katholiken. Einer Umfrage zufolge gilt Johannes Paul II. für junge Polen nach den eigenen Eltern als die größte Autorität.