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Azoreninsel ohne Fossile Brennstoffe

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Azoreninsel ohne Fossile Brennstoffe

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Mitten im Atlantik findet derzeit eine grüne Revolution statt. Die Azoreninsel Graciosa wird die erste CO2-freie Insel der Welt.

Ihre 4500 Bewohner werden dann ausschließlich erneuerbare Energien nutzen. Das werden hauptsächlich Sonnen-und Windenergie sein.

Die deutsche Firma Younicos betreut das Projekt. Die Berliner haben große Ziele: Sie sind auf der Suche nach Technologien, mit denen man Inseln mit sauberer Energie versorgen kann.

Für die Versorgung der Azoreninsel greifen sie auf spezielle 1 Megawatt-Batterien zurück, wie Clemens Triebel von Younicos erklärt:

“Es ist die größte Batterie, die es überhaupt auf der Welt gibt und die Batterie, die am längsten zuverlässig hält, die 15 Jahre lang laufen kann oder sogar länger. Und wir haben diese Batterie hier nach Europa gebracht, um zu demonstrieren,

dass man heute schon im großen Stil Speichereinheiten in unsere Netze einbringen kann. Und auch auf Inseln dafür sorgen kann dass man einen hohen Anteil an Erneuerbaren heute schon hinbekommen kann.”

Die Firma setzt sonst auf kleine Einheiten. Ihr Konzept ist, eher viele kleine Speichereinheiten zu bauen als sich von einer einzigen großen Einheit abhängig zu machen.

“Wir stellen uns vor, dass es eben keine großen Kraftwerke mit Speicher gibt,“so Clemens Treibel. “Wir stellen uns vor, dass das Ganze dezentralisiert wird, also so, wie die Photovoltaik jetzt schon mit zwölf Gigawatt im deutschen Netz am Haus erzeugt wird. Dann

sollte sie auch im Haus verbleiben. Wir stellen uns vor, dass es viele, viele kleine Speicher in den Hausern gibt, die haben dann die gleiche Funktion wie ein großer Speicher.”

Eine der größten Herausforderungen ist dabei, ein Netz aufzubauen, das trotz der neuen Energieträger stabil ist.

2012 soll die Insel zu 80 Prozent von Wind und Sonne mit Energie versorgt werden. Die restlichen 20 Prozent sollen später mit Biomasse erreicht werden.