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Genfer Konventionen ? Nie gehört

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Genfer Konventionen ? Nie gehört

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Die libysche Rebellenstadt Misrata wird von Gaddafi-Truppen belagert.

Rund 1000 Menschen, die im Hafen ein Schiff erreichen wollten, um dem Inferno zu entkommen, gerieten in einen Bombenhagel. Sie machten kehrt und liefen zurück in ihre Wohnungen.

Misrata ist von allen Seiten eingeschlossen, der Hafen ist der einzige Kontakt der Bewohner zur Außenwelt. Hier sitzen seit Tagen hunderte Arbeitsimmigranten aus dem südlichen Afrika fest – ihr Schiff kann wegen der Bomben nicht anlegen.

Nach Berichten über den Tod eines Gaddafi-Sohnes durch NATO-Bomben wurden in der Hauptstadt Tripolis mehrere europäische Botschaften angeriffen – darunter die leerstehenden Vertretungen Italiens und Großbritanniens. Ein Specher Gaddafis bedauerte – die Polizei sei überfordert gewesen.

Die Identität des im Staatsfernsehen gezeigten Toten wurde bisher nur vom apostolischen Vikar von Tripolis, Bischof Giovannio Martinelli, bestätigt. Auch Machthaber Muammar Gaddafi und seine Frau seien in dem Haus des Sohnes gewesen, so ein Regierungssprecher, sie seien unverletzt.

Die Nato bestätigte einen Angriff auf ein “Kommando- und Kontroll-Gebäude.”

Auch an Libyens Westgrenze zu Tunesien geraten fliehende Zivilisten zwischen die Linien – hier hatten Rebellen vor einem Monat den Grenzposten Wazin erobert.

In bewaffneten Auseinandersetzungen regeln die Genfer Konventionen den Schutz von Personen, die nicht an den Kampfhandlungen teilnehmen. Libyen hat sie 1956 angenommen.