Eilmeldung

Eilmeldung

Geteiltes Echo auf Todesnachricht im Nahen Osten

Sie lesen gerade:

Geteiltes Echo auf Todesnachricht im Nahen Osten

Schriftgrösse Aa Aa

In der arabischen Welt ist die Nachricht vom Tod Osama bin Ladens mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden.

In Saudiarabien, bin Ladens Geburtsland, und im Jemen, Al-Kaidas Vorposten auf der arabischen Halbinsel, drückten Regierungsmitarbeiter ihre Hoffnung aus, dass damit ein Fortschritt im internationalen Kampf gegen den Terrorismus erreicht sei.

Unter den Bürgern dominiert Trauer bei denen, die bin Laden respektierten – andere hoffen, dass Al-Kaida nun ihre Schlüsselfigur verloren hat. Etliche meinen, dass die Terrororganisation mit den jüngsten Aufständen für mehr Demokratie in der arabischen Welt sowieso in den Hintergrund getreten sei. Erste Kommentare von einigen Jemeniten:

“Sein Tod ist normal, der Mann hat so viele Verbrechen gegen den Islam begangen, mehr als er diesem nutzte, was kann man da sagen? Seine Ermordung war richtig.”

“Ihn ohne Rechtfertigung zu töten, ob es nun bin Laden war oder nicht – dieser Blutzoll ist verboten, verboten, verboten.”

“Wenn bin Laden wirklich getötet wurde, wie sie es behaupten, dann werden tausende Osama bin Ladens auftauchen, so Gott will.”

Im Westjordanland begrüßte die vom Westen unterstützte Palästinenserregierung unter Präsident Abbas die Information, während ihre Konkurrenz, die Hamas im Gazastreifen, die Ermordung verurteilte und bin Laden zum Märtyrer erklärte. Hamas-Chef Ismail Hanijeh brandmarkte die USA: “Wenn die Nachricht korrekt ist, sehen wir dies als Fortsetzung der amerikanischen Politik, die auf Unterdrückung und Blutvergießen bei Muslimen und Arabern basiert.”

Erleichtert zeigten sich viele Schiiten in der arabischen Welt. “Fahr’ zur Hölle” und “Die Menschheit wurde von einem der schlimmsten Mörder befreit”, so einige Kommentare im Internet. Al-Kaida war von sunnitischen Extremisten gegründet worden.

In Bengasi in Libyen, wo die Aufständischen vom Regime gern mit Al-Kaida in Verbindung gebracht werden, erklärte ein Rebellensprecher, man erwarte nun das Gleiche für Muammar Gaddafi.