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Pakistan: Terroristenhelfer oder Verbündeter im Anti-Terror-Kampf?

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Pakistan: Terroristenhelfer oder Verbündeter im Anti-Terror-Kampf?

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Nach den Anschlägen vom 11. September vermuteten die Amerikaner Osama bin Laden in den Höhlen von Bora Bora im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan.

Gerüchte gab es viele – aber keinen Zugriff.

Von Zeit zu Zeit tauchten Video- oder Audio-Botschaften auf, bei denen Geheimdienstexperten vergeblich einen genauen Aufnahmeort zu lokalisieren versuchten.

2003 gelang es, in Pakistan Chalid Scheich Mohammed zu fassen, den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September.

Im vergangenen Jahr ging den Fahndern dann ebenfalls in Pakistan der Taliban-Kommandeur Mullah Biradhar ins Netz.

In beiden Fällen war von Zusammenarbeit zwischen der CIA und dem pakistanischen Geheimdienst ISI die Rede. Die von Wikileaks veröffentlichten Dokumente zum Gefangenenlager Guantanamo verweisen ebenfalls auf eine enge Kooperation beider Dienste in Sachen Al Kaida.

Der Experte für internationale Beziehungen, Dr. Tahir Ameen, meint, dass der pakistanische Geheimdienst wusste, wie Osama bon Laden zu Tode kam, das könnte jetzt den Beziehungen USA-Pakistan zugute kommen.

Diese Alliance gegen den Terror dürfte beim Besuch von Außenministerin Hillary Clinton im Juli 2010 bekräftigt worden sein.

Völkerrechtsexperten bewerten die Sache so:

Wenn der pakistanische Geheimdienst eingeweiht war, dann gilt das im völkerrechtlichen Sinne als Einverständnis des Staates Pakistan mit Aktionen des US-Geheimdienstes auf seinem Territorium.

Eine gezielte Tötung bleibt allerdings unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten bedenktlich.

In Pakistan gibt es auch Stimmen wie die des am obersten Gerichtshof zugelassenen Anwalts Ghulam Murtaza. Der vertritt die Ansicht, keine fremde Macht habe das Recht, auf pakistanischem Gebiet zu operieren. Das sei ein Verstoß gegen die staatliche Souveränität. Dazu dürfe Pakistan niemals eine Erlaubnis erteilen.

In diesem Punkt scheiden sich in Pakistan die Geister. Ansichten, wie sie der Anwalt vertritt, werden immer wieder laut, wenn amerikanische Dronen in den Bergen Waziristans eben nicht nur Terroristen töten, sondern auch unschuldige Zivilisten.