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Codewort "Geronimo".

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Mit dem Namen des Indianerhäuptlings aus dem 19. Jahrhundert gab der Präsident der Vereinigten Staaten grünes Licht für die wohl heikelste Operation in jüngerer Zeit. Und die verfolgte Obama dann live über eine Kamera am Helm eines Soldaten.

CIA-Chef Leon Panetta kommentierte die Aktion via Video-Schaltung. Einen besseren Schlußpunkt unter seinen Dienst an der Spitze des Auslandsgeheimdienstes hätte er sich gar nicht wünschen können, ehe er ins Pentagon wechselt und die CIA an den Afghanistan-erfahrenen General David Petraeus übergibt.

Politische Entscheidungen des Präsidenten und Oberbefehlshabers werden so in unmittelbarem Zusammenhang mit einem wichtigen Erfolg gesehen. Die Meldung “Enemy killed in action” – Feind im Gefecht getötet – verleiht Obama den Ruf der Führungsstärke.

Der sprach kurz darauf zur Nation:

“Wir erleben das gleiche Gefühl der Einheit, das nach dem 11. September vorherrschte.

Wir sind wieder erfüllt von Stolz auf das, wofür unsere Nation steht und was wir erreichen können, das reicht weit über Parteien- oder Politikinteresse hinaus. Es ist meine inbrüstige Hoffnung, dass wir diese Einheit und diesen Stolz zu nutzen, um für die Herausforderungen gewappnet zu sein, die uns noch erwarten.”

Gegenüber dem Kongreß wird dieser Erfolg die Position des Präsidenten stärken.

Das kommt wie gerufen zu einer Zeit, da nach den vergangenen Kongreßwahlen seine Popularität zu bröckeln begann. Obama hat den Wahlkampf für seine Wiederwahl im kommenden Jahr begonnen und nun den Amerikanern einen guten Grund geliefert, ihn wieder zu wählen.

Das dürfte auch gegen solche TV-Clips der Republikaner wirken, mit denen die politischen Gegner gegen den Präsidenten der Demokraten Stimmung machen.

Laut Meinungsforschung unterstützen 79 Prozent der Amerikaner Obamas Entscheidung, den Feind Nummer 1 töten zu lassen.

Um den “Geronimo”-Effekt noch weiter zu nutzen, will der Präsident am Donnerstag “Ground Zero” besuchen und dort Familien von Opfern treffen.

“Yes we did” , wie es die Feiernden auf ihr Plakat geschrieben haben, kommt zur rechten Zeit.