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"Die größte Bedrohung sind die einheimischen Radikalen"

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"Die größte Bedrohung sind die einheimischen Radikalen"

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euronews: “Uns ist nun vom Ground Zero in New York der Journalist TJ Winnick vom US-Sender ABC zugeschaltet. Das ist der größte Erfolg für die USA im Kampf gegen Al Kaida. Aber abseits vom Jubel: Wie ist die Stimmung unter den Amerikanern in Bezug auf diese `bedeutende Errungenschaft`, wie der frühere Präsident Bush sagte?”

TJ Winnick, Journalist:
“Natürlich sind sich die Menschen hier am Ground Zero bewusst, dass dies ein wichtiger, symbolischer Moment ist. Aber es herrscht auch Realismus, dass der Kampf gegen Terrorismus mit Osama bin Ladens Tod nicht zuende ist. Sie sind sich im Klaren, dass es viele Jünger von ihm gibt, die weiter gegen die USA kämpfen wollen. Die größte Bedrohung im Moment sind laut dem Heimatschutzministerium und dem FBI die einheimischen Radikalen.”

euronews:
“In der Ansprache an die Nation signalisierte Präsident Obama, dass diese Errungenschaft darum geht, dass die Nation aus einem Tief herauskommt. Dies könnte die Grundlage für seinen Wahlkampf zur Wiederwahl sein. Wird diese Welle ihn weiter tragen?”

TJ Winnick:
“Es hat seit Sonntagnacht keine neue Wahlumfrage gegeben. Das wird sich erst noch zeigen. Aber insgesamt wird die Außenpolitik Obamas als Schwachpunkt gesehen. Wir sollten auf 1991 schauen, als der ehemalige Präsident Bush nach dem 1. Golfkrieg auf einer Popularitätswelle schwamm und dann kurze Zeit später, wurde er von Bill Clinton geschlagen. Er machte sich die schwache Wirtschaft zum Vorteil. Ich denke, dass Obamas Erfolg vom Erfolg der amerikanischen Wirtschaft abhängt.”

euronews:
“Könnte es sein, dass viele Menschen jetzt denken: Okay, das Terror-Problem ist gelöst, jetzt können wir Afghanistan verlassen und alles ist wieder gut?”

TJ Winnick:
“Ich denke, dass den Menschen klar ist, dass der Kampf gegen den Terror nicht mit Osama bin Laden zuende ist. In den vergangenen Monaten haben viele Politiker dazu aufgerufen, sich aus Afghanistan zurückzuziehen, oder zumindest sich zu fragen, was wir da eigentlich machen. Der Fakt, dass Osama bin Laden getötet wurde, wird meiner Meinung nach noch mehr Öl ins Feuer gießen – in Bezug auf die Tatsache, dass wir unseren Job da erledigt haben, und dass es an der Zeit ist, Afghanistan zu verlassen, vielleicht nur Drohnenangriffe zu machen, aber nicht so viele Bodentruppen dort zu haben.”