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Gemischte Reaktionen auf Bin Ladens Tod

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Gemischte Reaktionen auf Bin Ladens Tod

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Der Jemen hat den Tod von Osama bin Laden begrüßt. Die erfolgreiche Operation sei ein Meilenstein im Kampf gegen den Terrorismus, hieß es in einer Mitteilung. Seit Jahren versucht der Jemen gegen Al-Kaida im eigenen Land vorzugehen.

In der Bevölkerung wurde die Nachricht unterschiedlich aufgenommen. Bin Ladens Familie hat ihre Wurzeln im Jemen.

Kritisiert wurde die Seebestattung Bin Ladens. Ein Mann erklärte: “Das ist eine Farce für die arabische Welt. Es ist der Beweis dafür, dass Araber nichts zu sagen haben und ihre Meinung kein Gewicht hat. Denn bin Laden ist saudi-arabischer Staatsbürger. Saudi-Arabien sollte seine sterblichen Überreste beanspruchen.”

Ein Mitglied der Protestbewegung sagte: “Wir trauern um seinen Tod, als wäre er aus dem Jemen. Aber er hat hässliche Dinge getan, er hat es tausend Mal verdient, zu sterben, nicht nur einmal.”

Unterdessen gehen im Jemen die Proteste gegen Präsident Ali Abdullah Salih weiter. Aktivisten warnten aber Demonstranten davor, Plakate mit bin Ladens Konterfei zu zeigen. Sonst drohe ein noch härteres Vorgehen gegen die Protestbewegung.

Erleichterung und Angst auch in Afghanistan. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden erhöht. Der Polizeichef von Kabul versicherte, man werde jedes Anschlagsvorhaben durchkreuzen.

Ein Zeitungsverkäufer erklärte: “Osama bin Laden wurde von den Amerikanern in Pakistan gefunden. Arme Menschen sterben durch die Bomben in Afghanistan. Die Regierung sollte sich fragen, warum die NATO Orte in Afghanistan bombardiert, wenn doch der Terrorist in Pakistan aufgespürt wurde.” Bisher ist die Lage in Pakistan und Afghanistan ruhig. Aber Experten warnen vor Vergeltungsschlägen.