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Abgeschottet hinter Stacheldraht: Besuch in bin Ladens Villa

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Abgeschottet hinter Stacheldraht: Besuch in bin Ladens Villa

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Das Anwesen, in dem Osama bin Laden getötet worden sein soll, ist zur Pilgerstätte für Nachbarn und Journalisten aus aller Welt geworden.

Die Bewohner lebten hinter gut fünf Meter hohen Mauern mit Stacheldraht – laut der pakistanischen Regierung nichts Ungewöhnliches in dem wohlhabenden, auf Sicherheit bedachten Umfeld.

Die Nachbarn sahen kaum mal jemanden aus dem Haus: “Zwei Männer waren da: Einer wurde Arshad genannt, der andere hatte einen Bart”, erzählt ein Anwohner. “Ihre Frauen und Kinder haben das Haus nie verlassen. Man hat nie irgendein Geräusch von dort gehört, aber manche Leute behaupten, dass sie zwei Kühe hatten.”

Bürger der Mittelklasse, pensionierte Militärs und Geschäftsleute haben sich in dem gepflegten, für seine guten Schulen bekannten Ort Abbottabad angesiedelt. Ein 12-Jähriger erzählt, er sei öfter im Haus zu Besuch gewesen: “Er hatte zwei Frauen, eine sprach Arabisch, die andere sprach Urdu. Sie hatten drei Kinder, ein Mädchen und zwei Jungen. Sie haben mir zwei Kaninchen geschenkt.”

Hinter vorgehaltener Hand sollen Nachbarn getuschelt haben, dass hier vielleicht Drogenschmuggler wohnten. Auch jetzt, nach der Erstürmung, bleiben viele misstrauisch, ob wirklich Osama bin Laden der Hausherr war: “Ich kann nicht glauben, dass er dort gelebt haben soll, ich bin nicht nur 100-prozentig sicher, ich bin 110-prozentig sicher, dass das alles ein großes Schauspiel ist.”

Laut US-Regierung wohnten neben der Familie von bin Laden noch zwei weitere Familien in den Anwesen. Die Bewohner hätten weder Telefon- noch Internet-Anschluss gehabt, um eine Überwachung zu verhindern, und sie hätten ihren Müll selbst verbrannt, um ungebetenen Spurensuchern das Handwerk zu legen.