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Haager Gericht ermittelt gegen Libyens Führung

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Haager Gericht ermittelt gegen Libyens Führung

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Mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Libyen sollen vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag kommen. Dessen Chefankläger Luis Moreno-Ocampo ermittelt gegen Machthaber Muammar Gaddafi, dazu einige seiner Söhne und enge Mitstreiter. Dabei geht es um Polizeigewalt gegen Demonstranten: dem Ankläger zufolge war es systematische Gewalt, damit lägen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

“In allen Fällen, die wir dem Gericht vorlegen werden”, sagt Moreno-Ocampo, “haben die Sicherheitskräfte auf unbewaffnete Zivilisten geschossen; und in keinem dieser Fälle gibt es Beweise dafür, dass die Sicherheitskräfte angegriffen wurden.”

Angesichts der anhaltenden Kämpfe im Land versuchen weiterhin viele Menschen, Libyen über den Hafen von Misurata zu verlassen – besonders Gastarbeiter aus anderen afrikanischen Ländern.

Allerdings ist gerade Misurata besonders heftig umkämpft: Ein Hilfsschiff musste tagelang warten, bis die Fahrrinne von Minen geräumt war. Eine Stunde blieb dann, um möglichst viele Menschen an Bord zu nehmen – dieses Mal mehr als siebenhundert.