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Portugal: "Was müssen wir zahlen?"

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Portugal: "Was müssen wir zahlen?"

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Das gestern beschlossene Rettungspaket für das hochverschuldete Portugal war heute die Top-Meldung in dem ärmsten Land Westeuropas. Nach Informationen aus Portugal soll sich die Hilfe auf rund 78 Milliarden Euro belaufen. Der geschäftsführende Regierungschef Jose Sócrates sagte, die Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU seien erfolgreich verlaufen. Und weiter: “Die Hilfe von außen habe ich immer als letztes Mittel angesehen. Daran habe ich in dieser Woche erinnert. Aber wenn wir in der momentanen Situation die Hilfe ablehnen, dann gehen wir Risiken ein, die das Land nicht schultern kann.” Die Auflagen seien weniger strikt als angenommen, so der Regierungschef. Zu den Details, etwa Steuererhöhungen, äußerte er sich aber nicht. Entsprechend misstrauisch sind die Reaktionen in der Bevölkerung. Ein Passant in Lissabon sagte: “Er hat nicht gesagt, was wir zu zahlen haben. Er hat nur über die positiven Dinge geredet und nicht gesagt, ob wir zum Beispiel mehr Steuern zahlen müssen.” Und eine Frau meinte: “Er hat doch nur gesagt, was ihm passt. Die besten Dinge also. Er sagte, der IWF werde sich in den nächsten Tagen äußern – sicherlich dann mit den schlechtesten Nachrichten.” Das Hilfspaket ist auf drei Jahre angelegt. Offiziell müssen IWF und EU noch zustimmen. Portugal hatte vor knapp vier Wochen um Hilfe bei der EU-Kommission gebeten.