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"Alternative vote" für Großbritannien?

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"Alternative vote" für Großbritannien?

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Diese Bilder sind erst ein Jahr her. Zwei Wahlsieger präsentierten in bester Laune den Briten die erste britische Koalitionsregierung seit dem II.Weltkrieg.

Eines der Schlüsselthemen des liberaldemokratischen Juniorpartners war im Wahlkampf die Wahlrechtsreform gewesen.

Aus einem ganz einfachen Grund:

Das traditionelle Mehrheitswahlsystem ist vorteilfaft für große Parteien – macht es aber kleinen Parteien fast unmöglich, überhaupt ins Parlament zu kommen.

Mit einem einfachen Slogan wird es auch “the winner takes all” genannt.

Der Kandidat, der im Wahlkreis die meisten Stimmen bekommt, zieht ins Parlament. Sämtliche Stimmen für andere Kandidaten fallen unter den Tisch.

In Großbritannien gibt es 650 Wahlkreise.

Das Mehrheitssystem garantiert stabile Mehrheiten, arumentieren seine Befürworter. Es sorgt aber auch dafür, dass nur die großen Parteien ein Chance haben, entgegnen die Kritiker, auch der liberale Parteichef Nick Clegg. Seine Partei bekam 2010 bei 25 Prozent der Stimmen nur 10 Prozent der Sitze im Unterhaus. Clegg sagte vor Anhängern: “Niemals habe ich in meinen wildesten Vorstellungen gedacht, dass im Zentrum von London tausend Menschen eine proportionale Vertretung fordern könnten. Traditionell hatten sich darüber nur wenige Akademiker und Verfassungsexperten Sorgen gemacht.”

Der neue Vorschlag – “ Alternative vote” könnte so gehen: Die Wähler geben den Bewerbern auf dem Stimmzettel eine Rangfolge. Der Schwächste wird aussortiert, seine Stimmen werden neu verteilt – immer weiter, bis einer die absolute Mehrheit hat.

So könne auch der Zweitplatzierte gewinnen, und sogar noch der Dritte, kritisieren die konservativen Tories. Ihrer Meinung nach ist das keine Demokratie. Noch ein Argument dagegen:

Bei diesem Systen wäre das Auszählen ungleich aufwendiger und auch teuerer. Es müssten ja die umgruppierten Stimmen mehrmals neu gezählt und bewertet werden.