Eilmeldung

Eilmeldung

Briten entscheiden über ein neues Wahlrecht

Sie lesen gerade:

Briten entscheiden über ein neues Wahlrecht

Schriftgrösse Aa Aa

Die Briten können heute über ein neues Wahlrecht entscheiden. Bisher gewinnt in einem Wahlkreis der Kandidat mit den meisten Stimmen. Er zieht ins Parlament ein; alle anderen Stimmen verfallen. Parteilisten gibt es nicht.

Das neue Wahlrecht ist ein Herzensanliegen der Liberaldemokraten: Wer es ein bisschen besser und gerechter haben wolle, sagt deren Parteichef Nick Clegg, der müsse mit Ja stimmen.

Alternative Vote heißt das, oder AV: Die Wähler könnten dann den Bewerbern auf dem Stimmzettel eine Rangfolge geben. Der Schwächste würde aussortiert, seine Stimmen neu verteilt – immer weiter, bis ein Kandidat die absolute Mehrheit hat.

So könne auch der Zweitplatzierte gewinnen, und sogar noch der Dritte, kritisieren die Gegner: So stelle er sich Demokratie nicht vor, sagt William Hague von den konservativen Tories. Unbritisch nennt er das sogar.

Das bisherige Mehrheitswahlrecht hilft den beiden

großen Parteien, Labour und Tories: Ihre Bewerber setzen sich für gewöhnlich durch. Eine Partei hat die

klare Mehrheit, und das gilt seit Jahrzehnten; die jetzige Koalitionsregierung ist eine Ausnahme. Kleinere Parteien wie die Grünen haben trotz stabiler Wählerschaft kaum eine Chance auf Parlamentssitze.

In den Umfragen sieht es auch so aus, als wollten es die meisten Briten bei dem alten Verfahren mit seinen zumeist klaren Ergebnissen belassen. Sie zeigen eine Ablehnung von bis zu zwei Dritteln der Stimmen.