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China: Gefährliches Recycling

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China: Gefährliches Recycling

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Das Recycling von Elektronikschrott wird in China zum Problem: In Guiyu werden jedes Jahr eineinhalb Millionen Tonnen Elektronikschrott angeliefert und bearbeitet. Alles wird hier zerlegt, denn in den Geräten stecken wertvolle Materialien. Guiyu gilt als der Elektronikschrottplatz der Welt.

Aber: Die Arbeit ist brandgefährlich. Aus den Geräten entweichen giftige Chemikalien, laut Umweltschützern sind tausende Menschenleben gefährdet. Und das nicht nur unter den Menschen, die in China direkt mit den Bauteilen zu tun haben. .

Lai Yun von Greenpeace China berichtet:“Wir haben in den vergangenen Jahren Beweise gesammelt, dass einige dieser recycleten Materialien in neuen Produkten wie Mobiltelefonen oder gar Babyspielzeug verwendet werden. Die neuen Produkte könnten giftig oder gesundheitsschädlich sein.”

Zumeist wird der Schrott in China nicht richtig recyclet, sondern in Hinterhöfen einfach verbrannt -um an die Edelmetalle wie Gold in den Bauteilen heranzukommen. Aber bei dieser Methode werden giftige Gase freigesetzt. Und viele Metalle gehen dabei verloren.

Li Bo von Friends of the Earth fordert: “In jedem Land, auch in China, müssen die Regierungen mit dem Thema strikter umgehen.Sie müssen ihren Bürgern genau sagen, wie sie mit dem Elektronikschrott umzugehen haben. Aber auch die Hersteller sind in der Verantwortung. Sie dürfen ihre Produkte nach dem Verkauf nicht einfach vergessen. Sie sollten auch verpflichtet sein, das Recycling der Geräte zu übernehmen. Das müssen wir regeln.”

Bisher trifft das Problem zuerst die Armen: Denn es ist rund 10 mal billiger, den Schrott einfach in ein Entwicklungsland zu exportieren als ihn in einem Industrieland zu bearbeiten.