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Machtkampf im Iran: Klerus pfeift Achmadinedschad erneut zurück

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Machtkampf im Iran: Klerus pfeift Achmadinedschad erneut zurück

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Im Iran tobt der Machtkampf zwischen Klerus und Präsident Ahmadinedschad: Inzwischen wird sogar über einem Rücktritts-Ultimatum gemunkelt. Wie bei den letzten Freitagsgebeten rief ein Geistlicher auch an diesem Freitag die weltliche Führung erneut zur Ordnung: Regierung, Präsident und die Nation seien sich doch wohl bewusst, dass der Revolutionsführer die oberste Autorität habe, und würden sich dementsprechend verhalten, warnte der konservative Geistliche Kazem Sedighi.

Auslöser des Streits war der Rücktritt des Geheimdienstministers Hejdar Moslehi, den der Präsident annahm, Ajatollah Chamenei aber nicht.

Achmadinedschad war nach dem Streit gut eine Woche nicht zur Arbeit erschienen und hatte sich geweigert, die Wiedereinsetzung des Ministers offiziell zu unterstützen. Das Parlament forderte ihn mit einer Unterschriftenliste auf, sich dem Willen des Ajatollahs zu beugen. Laut einem Abgeordneten stellte dieser Achmadinedschad sogar ein Ultimatum.

Dahinter steht offenbar mehr: der Kampf um die generelle Richtung. Achmadinedschad scheint die geistliche Macht herauszufordern und das islamische System reformieren zu wollen – angetrieben von seinem umstrittenen, weltlich orientierten Bürochef Rahim-Maschaei, mit dem er verschwägert ist, und der möglicherweise für seine Nachfolge kandidieren wird.