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Vom Hoffnungsträger zum Buhmann: Britische Liberale abgestraft

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Vom Hoffnungsträger zum Buhmann: Britische Liberale abgestraft

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Großbritanniens Liberaldemokraten, vor einem Jahr noch die große Hoffnung der Wähler, haben bei den Regional- und Kommunalwahlen am Donnerstag eine herbe Schlappe erlitten. Und auch bei der gleichzeitigen Volksabstimmung über ein neues Wahlrecht, die sie maßgeblich vorangetrieben hatten, droht ihnen eine Niederlage. Deren Ergebnisse wurden an diesem Freitagabend erwartet.

Parteichef Nick Clegg räumte ein: “In der Politik geht es wie im Leben mal bergauf, mal bergab. Letzte Nacht haben wir einen echten Schlag abbekommen, jetzt müssen wir die Lehren aus dem ziehen, was wir beim Wahlkampf zu hören bekamen.”

Das Sparprogramm nahmen ihm offenbar viele krumm. Der große Koalitionspartner, die Konservativen unter Premierminister David Cameron, kam ungeschoren davon. Cameron hält am Regierungsbündnis fest: “Ich will die Koalition die vollen fünf Jahre fortsetzen, ich halte sie für gut für Großbritannien. Und danach werden die Koalition und ihre Parteien von den Wählern beurteilt werden. Aber ich zolle der Arbeit, die die Liberaldemokraten geleistet haben, vollen Respekt.”

Für die wichtigste Oppositionspartei, Labour, gab es gemischte Resultate: In England viel Unterstützung, in Schottland hingegen herbe Rückschläge. Den wohl größten Erfolg beschieden die Wähler der Scottish National Party von Alex Salmond: Er errang im schottischen Nationalparlament die absolute Mehrheit. Bislang regierte er mit einer Minderheit. Sein Sieg ebnet den Weg für ein weiteres Referendum: Das über die Abspaltung Schottlands von Großbritannien.