Eilmeldung

Eilmeldung

Ägypten: Neue Gewalt zwischen Christen und Muslimen

Sie lesen gerade:

Ägypten: Neue Gewalt zwischen Christen und Muslimen

Schriftgrösse Aa Aa

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen koptischen Christen und Muslimen gekommen – nur einen Tag nach den schweren Ausschreitungen mit 12 Toten und mehr als 200 Verletzten. Hunderte Christen hatten sich zu einem Marsch zum Gebäude des staatlichen Fernsehsenders zusammengefunden. Nach Angaben eines christlichen Aktivisten griffen muslimische Jugendliche die Demonstranten an, es kam zu Schlägereien, bei denen zahlreiche Menschen verletzt wurden.

Ein Augenzeuge sagte, die Armee habe zunächst nicht eingegriffen. Erst später versuchten Polizei und Soldaten, der Gewalt Einhalt zu gebieten. Die ägyptische Regierung hatte nach den Ausschreitungen vom Vortag angekündigt, die Sicherheit im Land mit eiserner Hand zu garantieren und gegebenfalls sogar Anti-Terror-Gesetze gegen Unruhestifter anzuwenden.

Unterdessen wurden die Opfer des Gewaltausbruchs vom Vortag zu Grabe getragen. Muslime hatten eine koptische Kirche angegriffen, wo angeblich eine zum Islam konvertierte Christin festgehalten wurde. Anwohner allerdings sagten aus, es habe sich nicht um fanatische Muslime sondern um Kriminelle gehandelt. Beobachter halten es für möglich, dass Anhänger des gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak die Ausschreitungen provoziert haben.