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Küstenwachen sollen Flüchtlinge aus Libyen im Stich gelassen haben

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Küstenwachen sollen Flüchtlinge aus Libyen im Stich gelassen haben

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Dieses Flüchtlingsboot hat es gerade noch bis Lampedusa geschafft. Am Sonntag war es kurz vor der Hafeneinfahrt der italienischen Mittelmeerinsel auf einen Felsen gelaufen. Die Küstenwache fand an Bord drei Tote. In der Nacht zum Sonntag konnten 528 Flüchtlinge lebend geborgen werden, darunter mehrere Frauen und Kinder.

Wieviele Menschen die gefährliche Überfahrt von der nordafrikanischen Küste zur Insel Lampedusa schon mit dem Leben bezahlt haben, ist nicht genau zu ermitteln. Allein 800 sollen im April ertrunken sein, als ihr Boot kurz nach der Abfahrt von der libyschen Küste kenterte.

Die Online-Ausgabe des britischen Guardian berichtet unter Berufung von Augenzeugen von einem weiteren Drama. 61 Menschen sollen auf See in einem manövrierunfähigen Boot verhungert und verdurstet sein. Und niemand habe geholfen.

Unter den Opfern, die überwiegend aus Äthiopien und Eritrea kamen, sollen 20 Frauen und 2 Kleinkinder gewesen sein. Ein Überlebender habe dem Guardian erzählt, kurz nach der Abfahrt aus Tripolis am 25. März habe das Boot Treibstoff verloren. Da waren noch 72 Menschen an Bord.

Etwa 60 Seemeilen vor der libyschen Küste habe der Kapitän, ein Ghanaer, per Satellitentelefon einen äthiopischen Geistlichen in Rom angerufen und der habe unverzüglich die italienische Küstenwache informiert.

Die italienische Küstenwache bestätigt den Notruf und teilt mit, sie habe ihn an die Kollegen von Malta weitergeleitet, weil sich das Boot außerhalb der italienischen Rettungszone befand.

Das wird aus Malta dementiert.

Der Zeuge des Guardian, ein Äthiopier, berichtet von einem Hubschrauber mit der Aufschrift “Army”, der dann über dem Boot kreiste und Wasserflaschen und Kekse abwarf.

Dessen Besatzung habe auch sinalisiert, Hilfe sei unterwegs. Die erhorffte Hilfe kam aber nicht.

Statt dessen hätten die Flüchtlinge am 29. oder 30. März einen Flugzeugzeugträger der NATO gesehen.

Von dem seien 2 Flugzeuge aufgestiegen und in geringer Höhe über das Boot hinweggeflogen.

In diesem Moment hätten die Flüchtlinge die zu diesem Zeitpunkt noch lebenden Babies hochgehalten als Zeichen ihrer Not.

Aber wieder sei keine Hilfe gekommen.

Die Menschen an Bord verdursteten nach und nach.

Als das Boot am 10. April von den Wellen an die libysche Küste zurückgeworfen wurde, waren von 72 Flüchtlingen nur noch 11 am Leben.

Laut Guardian könnte es sich um den französischen Flugzeugträger “Charles de Gaulle” gehandelt haben. Das dementieren aber sowohl französische- als auch NATO-Stellen.

Mussten die Schiffbrüchigen sterben, weil sie sich in keiner der von EU-Ländern betreuten Rettungszonen befanden???