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Obama will Antworten von Pakistan

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Obama will Antworten von Pakistan

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Eine Woche nach der Tötung Osama Bin Ladens gerät Pakistan zunehmend unter Druck, den mehrjährigen Aufenthalt des al-Qaida-Gründers in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt zu erklären. US-Präsident Barack Obama sagte im amerikanischen Fernsehen, er gehe davon aus, dass Bin Laden in Pakistan Unterstützung erhalten hat. Ob diese aus Regierungskreisen gekommen sei, ließ er offen.

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Obamas nationaler Sicherheitsberater Tom Donilon drückte sich vorsichtiger aus. Bisher gebe es keine Beweise dafür, dass Pakistan wusste, wo sich Bin Laden befand. Es sei jedoch zu untersuchen, so Donilon, wie er sechs Jahre lang in einer Garnisonsstadt mit einer wichtigen Militärakademie kaum sechzig Kilometer entfernt von der Hauptstadt Islamabad unerkannt wohnen konnte.

Pakistans Botschafter in den USA, Husain Haqqani, kündigte hartes Durchgreifen in der Bin Laden-Affäre an. Sobald die Untersuchung beendet sei werden Köpfe rollen, so Haqqani: “Wir werden öffentlich bekannt geben, ob die Köpfe aufgrund von Inkompetenz rollen. Und sollte, was Gott verhüten möge, jemand der Mitwisserschaft überführt werden, so ist ebenfalls keine Toleranz zu erwarten.”

Politische Beobachter vermuten seit Jahren, dass Mitarbeiter von Pakistans mächtigem Geheimdienst, der Inter-Services-Intelligence, Verbindungen zu al-Qaida unterhalten. Premierminister Yusuf Raza Gilani wollte sich am Montag im pakistanischen Parlament zu den Vorwürfen äußern.