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Wer provoziert Gewalt zwischen Christen und Muslimen in Ägypten?

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Wer provoziert Gewalt zwischen Christen und Muslimen in Ägypten?

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Beim Aufbruch zur Demokratie im Februar engagierten sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo Muslime und Christen Seite an Seite.

Soll das nur ein kurzer Traum gewesen sein?

Sollten sie, die hier Toleranz und Brüderlichkeit einforderten und praktizierten, wirklich nur eine machtlose Minderheit sein?

Damals verwies das Oberhaupt der amerikanischen Kopten, Michael Mounir, auf die Unterdrückung seiner ägyptischen Glaubensbrüder seit 30 Jahren mit einem Regime von Zuckerbrot und Peitsche. Auf Proteste habe die Regierung immer mit Verboten reagiert.

Ehestandsangelegenheiten regeln in Ägypten die Religionsgemeinschaften. Für konservative Kopten gibt es keine Ehescheidung, weshalb es schon vorkam, dass koptische Frauen die Religion wechselten, um von ihrem koptischen Ehemann wegzukommen. Da aber religiöse Eiferer beider Seite verbittert um jede Seele kämpfen, reichen schon Gerüchte, um Gewalt zu entzünden.

Dieser Kopte fürchtet, dass die Moslembrüder oder andere islamische Fundamentalisten an Einfluß gewinnen.

Der koptische Geistliche Vater Karas möchte nur zu gern darauf hoffen, dass es keinen Druck mehr geben wird gegen Kirchenneubauten oder zum Religionswechsel.

Im März waren koptische Christen auf die Straße gegangen, um gegen das Niederbrennen ihrer Kirche in einem Kairoer Stadtteil zu protestieren. Damals wurde 13 Menschen bei Zusammenstoßen mit Muslimen getötet.

Noch zu Mubarak-Zeiten, im November 2010, hatten die behörden selbst Unruhen ausgelöst, als sie eine offiziell erteilte Baugenehmigung für eine Kirche kurz vor der fertigstellung widerriefen.

Plötzlich hieß es, es sei nur ein Sozialzentrum genehmigt worden, aber kein Gotteshaus.

Kopten, die sich diskriminiert fühlten, protestierten öffentlich. Es halten sich Gerüchte, wonach immer noch Kriminelle zum Anheizen von Gewalt benutzt würden, wie unter dem Mubarak-Regime üblich.

Und letztlich hatte am Neujahrstag in Alexandria ein Selbstmordattentäter 21 Gläubige ermordet, die vom Gottesdienst kamen.