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Brille zum Selbstanpassen

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Brille zum Selbstanpassen

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Im südostafrikanischen Staat Malawi stehen die Menschen Schlange für eine ganz besondere Brille: Die Sehhilfe mit Autofokus, die sich an die individuelle Sehschärfe des Trägers anpassen lässt. Weder Augenarzt oder Optiker sind erforderlich. Der Patient muss einfach nur auf die Lesetafel schauen und scharf stellen, bis er die Buchstaben deutlich erkennen kann. Erfunden wurde die Wunderbrille in Oxford, von Joshua Silver. Im Mai 1985 kam der Physikprofessor erstmals auf die Idee, ein Brillenglas mit variablem Fokus zu entwerfen, mit dem Ziel, Sehhilfen herzustellen, die ohne teure Geräte und professionelle Hilfe angepasst werden können, speziell für Menschen in Entwicklungsländern.

“Die Brille hat Gläser, wie jede normale Brille”, erklärt Joshua Silver. “Dennoch sind sie ein bischen anders, sie haben eine feine Plastikoberfläche, die man mit Flüssigkeit füllen kann. Je nachdem, ob man Flüssigkeit hineinpumpt oder absaugt, verändert sich der Brechungsindex der Gläser und somit die Sehschärfe. So kann man, während man durch die Brille schaut, die Gläser scharf stellen.”

Für seine Arbeit wurde Joshua Silver für den diesjährigen europäischen Erfinderpreis in der Kategorie Forschung nominiert. Der vom Europäischen Patentamt organisierte Preis wird Mitte Mai in Budapest verliehen.

Mehr als 30 000 dieser Brillen wurden bereits weltweit verschickt. Joshua Silvers hat ein neues Ziel: 100 Millionen will er jährlich verteilen, zu einem Minimalpreis von einem Dollar pro Stück.