Eilmeldung

Eilmeldung

Trockenheit bedroht Ernten in Mitteleuropa

Sie lesen gerade:

Trockenheit bedroht Ernten in Mitteleuropa

Schriftgrösse Aa Aa

Es ist Erdbeerenzeit in Europa. Die Früchte reifen jetzt schnell und üppig.

Dies ist ein sehr gutes Jahr für Erdbeerproduzenten.

Auch Spargelbauern profitieren von der untypisch frühen reichlichen Sonne. “Die Sonne macht die Erdbeeren süßer”, freut sich Marin Marinov in Großbribritannien.

Den Früchteliebhabern schmeckt es – den Kühen auf trockenen Weiden schmeckt es schon nicht mehr. Zu viel Sonne und warmer Wind, zu wenig Regen, da kümmert schon grau, was eigentlich frisch grün sprießen sollte.

Von Februar bis April ist in Mitteleuropa zwischen 60 und 20 Prozent weniger Regen gefallen als im Durchschnitt, der sich aus Beobachtungen von 1951 bis 2000 ergibt.

Das lässt zuerst die leichteren Böden austrocknen, die schlechter Wasser speichern. So sieht derzeit ein Weizenfeld in Frankreich aus. Aus dem knochentrocknen Boden bekommen die Pflanzen kein Wasser mehr, das sie jetzt für den notwenigen Wachstumsschub dringend brauchen.

Normalerweise hat der Boden in dieser Zeit Wasserreserven für die Pflanzen, die im Mai und Juni ihre Früchte ausbilden, sagt Bauer Pierre Bot.

Der Getreideanbau in Mitteleuropa wird immer von künstlicher Bewässerung abhängig.

In Frankreich mussten aber schon Beschränkungen verfügt werden, weil in 20 Departements die Grundwasserreserven zu gering sind.

Getreidebauer Jean-Pierre Brazzalotto sorgt sich um seinen Mais, der viel mehr Wasser braucht, als derzeit verfügbar. Die Pflanzen beginnen schon abzusterben.

Auch in Deutschland ist von Ertragseinbußen in Höhe von 10 bis 15 Prozent die Rede. In Schleswig-Holstein wurde bereits ein Zehntel der Getreidefläche umgepflügt.