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Vor der Wahl: Großreinemachen in Neapel

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Vor der Wahl: Großreinemachen in Neapel

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Wieder einmal versinkt Neapel im Müll – doch kurz vor den Kommunalwahlen schickt Rom nun die Armee, um den Abfall wegzuschaffen und die Straßen zu desinfizieren. Da die Verbrennungsanlage und die Deponien im Umkreis hoffnungslos überlastet sind, wird der Abfall in andere Gegenden Italiens gebracht. Seit Jahren macht Neapel wegen seiner Müllberge Schlagzeilen.

Entsprechend skeptisch ist ein Anwohner: “Ich sehe nicht, wie 170 Soldaten das Problem jetzt lösen sollen. Die wahre Frage ist doch, wo der Müll hin soll. Wenn wir keine neuen Deponien finden, dann werden wir mit dem Müll leben müssen.”

Trotz Regierungswechsels in Rom und Drohungen aus Brüssel gab es immer wieder nur vorübergehend Abhilfe. So wie jetzt. Schließlich will Regierungschef Berlusconi am Wochenende hier Wahlkampf machen.

“Den Müll jetzt im Wahlkampf wegzuräumen, hat wenig Sinn und ist kaum effizient”, kritisiert denn auch Paolo Giacomelli, in der Stadt für den Müll zuständig. Auch er sieht das Grundproblem im Mangel an Deponien und Verbrennungsanlagen. Doch die versprochenen Anlagen wurden bislang nicht gebaut, gegen eine geplante Deponie setzten sich die Anwohner zur Wehr – und im Hintergrund hat die Mafia Neapels Müllwirtschaft fest im Griff.