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Air-France-Absturz: Angehörige verlangen Bergung aller Opfer

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Air-France-Absturz: Angehörige verlangen Bergung aller Opfer

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Die Entscheidung eines französischen Gerichts, keine stark entstellten Leichen aus dem Wrack des 2009 vor Brasilien abgestürtzten Air France Flugzeugs bergen zu lassen, hat bei Angehörigen Empörung ausgelöst. Laut den Richtern sollen nur Leichen vom Meeresgrund geholt werden, die in “menschenwürdiger Art und Weise” an die Familien übergeben werden könnten. Der Vorsitzende des Hinterbliebenenverbands, Nelson Marinho, sagte: “Die französischen Richter haben eine übereilte Entscheidung getroffen, die sie revidieren und nochmal überdenken sollten. Denn die Angehörigen – nicht nur die brasilianischen, sondern auch die deutschen, die französischen, einfach alle aus den 32 betroffenen Ländern wollen die Körper.” Die Richter hatten ihren Schritt unter anderem damit begründet, dass die Körper der Opfer nach der langen Zeit unter Wasser stark entstellt seien. Bei der Bergung würde sich der Zustand weiter verschlechtern. Bislang wurden zwei Leichen aus dem Wrack geholt, an ihnen werden DNA-Tests durchgeführt. Bei dem rätselhaften Absturz am 1. Juni 2009 kamen alle 228 Menschen an Bord ums Leben. Ermittler erhoffen sich jetzt durch die Auswertung der inzwischen gefundenen Flugschreiber Aufschluss über die Unglücksursache.