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EU und NATO unter Druck wegen Libyen-Flüchtlingen

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EU und NATO unter Druck wegen Libyen-Flüchtlingen

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Die Vereinten Nationen haben NATO und EU aufgefordert, mehr Bootsflüchtlinge aus Libyen zu retten. “Warted nicht auf ein Notsignal”, sagte eine UN-Sprecherin, “fahrt sofort hin und schaut, ob die Menschen Hilfe brauchen.”

Unterdessen wiederholte ein römisch-katholischer Priester seinen Vorworf, dass 61 Flüchtlinge verhungert oder verdurstet seien, während sie mehr als zwei Wochen lang im Meer trieben, weil ihnen niemand zu Hilfe kam. “Am 26. März warf ein Hubschrauber Trinkwasser und Kekse über dem Boot ab und verschwand wieder”, sagt Moses Zerai. “Es wurde keine Hilfe geschickt. Drei Tage später wurden die Flüchtlinge von einem Flugzeugträger entdeckt, der in die Nähe ihres Bootes kam. Die Flüchtlinge wissen nicht, unter welcher Flagge das Schiff fuhr, aber sie versichern, dass es 300 oder 400 Meter enfernt war. Es ist also unmöglich, dass sie nicht gesehen wurden.”

Der Priester berichtet, er sei telefonisch von den Flüchtlingen kontaktiert worden, und habe den Notruf an die italienische Küstenwache weitergeleitet.

Die NATO hat erneut jede Verantwortung von sich gewiesen. “Schiffe unter dem Kommando der NATO reagieren immer auf Notrufe”, erklärte eine Bündnis-Sprecherin. “Das ist ihre Pflicht gemäß dem internationalen Seerecht und die Behauptung, unsere Kapitäne kämen dieser Verpflichtung nicht nach, ist unfair und beleidigend.”

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen sind seit Ende März rund 800 Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen, Libyen zu verlassen und Europa auf dem Seeweg zu erreichen.