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Europas nordafrikanische Flüchtlingskrise

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Europas nordafrikanische Flüchtlingskrise

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Lampedusa bei Nacht. Ein Flüchtlingsboot ist mehr gestrandet als gelandet. Auf diesem, das am Wochenende ankam, sollen rund 500 Menschen gewesen sein, die in Libyen an Bord gingen, aber aus Ländern weiter im Süden Afrikas stammten.

Wer sie genau sind, ist nicht bekannt. Sie könnten bisher in Libyen gearbeitet haben und jetzt vor der Unsicherheit fliehen. Sie könnten aber auch von dem Berichten über geglückte Landungen in Europa angezogen sich auf den Weg nach Libyen gemacht haben. Ihr Boot prallte nahe dem Hafen auf einen Felsen. Später fanden italienische Helfer drei Tote, heisst es. Je länger diese Fluchtwelle aus Tunesien und Libyen dauert, um so mehr undurchsichtige Geschichten tauchen auf. Vor wenigen Tagen publizierte der britische Guardian eine Geschichte über verweigerte Hilfe. 61 Menschen sollen auf einem manövrierunfähigen Boot 60 Meilen vor der libyschen Küste verdurstet sein. NATO-Schiffe und Hubschrauber sollen sie bemerkt und nicht geholfen haben.

Die Sprecherin der Hochkommissariats für Flüchtlinge der Vereinten Nationen, Sybella Wilkes, sagt: “ Wie bitten alle Handels- und Militärschiffe, aufmerksam zu sein, da viele überladene und nicht ausreichend seetüchtige Flüchtlingsboote unterwegs sind, auf denen Menschen vor der Gewalt in Libyen flüchten.”

Das bedeutet nichts weiter als die Einhaltung der normalen Regeln der Seefahrt. Lösen lässt sich so keines der probleme, die sich aus der Flüchtlingswelle von Nordafrika nach Europa ergeben. Aus Libyen angekommene Flüchtlinge berichten, sie seine von gaddafi-Soldaten zu so einer gefährlichen Flucht übers Mittelmeer gedrängt worden.