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Uni Bayreuth: Guttenberg hat vorsätzlich getäuscht

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Uni Bayreuth: Guttenberg hat vorsätzlich getäuscht

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Karl-Theodor zu Guttenberg hat in seiner Doktorarbeit vorsätzlich getäuscht. Das stellt die Uni in Bayreuth in ihrem Abschlussbericht fest.
 
Von Bagatellen könne keine Rede sein, heißt es in dem Bericht; die Plagiate zögen sich durch die ganze Arbeit und seien für sie prägend.
 
Guttenberg hatte in seiner 2006 abgelieferten Dissertation etliche fremde Texte ohne oder ohne ausreichende Kennzeichnung übernommen. Er selbst spricht von Überlastung durch Arbeit und Familie, von Fahrlässigkeit und Schlamperei in Folge von Dauerstress.
 
In seiner Stellungnahme zum Abschlussbericht erklärt Guttenberg, angesichts seiner beruflichen und politischen Arbeitsbelastung sei ihm die Arbeit
“teilweise über den Kopf gewachsen”.
 
Dies sei durch die Fülle von Einzelplagiaten widerlegt, sagte der Vorsitzende der Kommission.
“Wer jahrelang akzeptiert, dass er Sorgfaltsstandards nicht einhält, handelt nicht fahrlässig, sondern vorsätzlich, weil er die Verletzung der Sorgfaltspflicht zum bewussten Arbeitsstil erhebt”, lautet das Fazit der Kommission.
 
Wie aus dem Bericht der Universität weiter hervorgeht, wollte Guttenberg weder die Erwartungen seiner Familie noch seinen Doktorvater enttäuschen. “Ich wollte mir eine Schwäche nicht eingestehen”, wird er zitiert.
 
Trotzdem hatte die Universität ihm schon im Februar den Doktortitel entzogen. Anfang März trat Guttenberg als deutscher Verteidigungsminister und in der Folge auch von allen politischen Positionen zurück.