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Ägypter demonstrieren nach Zusammenstößen für religiöse Toleranz

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Ägypter demonstrieren nach Zusammenstößen für religiöse Toleranz

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Tausende Ägypter füllen wieder den Tahrir-Platz in der Hauptstadt Kairo, den Ausgangspunkt des Umsturzes vor wenigen Monaten. Um religiöse Toleranz geht es ihnen, um ein friedliches Zusammenleben von Moslems und Christen nach den blutigen Zusammenstößen der letzten Zeit – aber nicht nur das.

“Ich bin aus zwei Gründen hier”, sagt einer der Demonstranten. “Ich bin für die Einheit von Christen

und Moslems, und ich will auch die Palästinenser unterstützen. Ägyptische Moslems und Christen werden Palästina vom zionistischen Feind befreien.”

Am Sonntag begehen Araber den Nakba-Tag: Nakba,

eine Katastrophe, das ist für sie die Gründung Israels 1948 und die anschließende Flucht und Vertreibung Hunderttausender von Palästinensern.

Ägyptische Aktivisten wollen dazu über die gesperrte Grenze in den benachbarten palästinensischen Gazastreifen. Die ägyptischen Behörden haben das aber verboten und alle Zugänge über den Suezkanal zur Sinaihalbinsel gesperrt, von der aus man zum Gazastreifen gelangt. Einige tausend Aktivisten sind allerdings schon dort, die sich am Wochenende auf den Weg machen wollen.

Auch die ägyptische Moslembruderschaft und die im Gazastreifen herrschende Hamas-Bewegung rieten von dem Marsch ab. Die Hamas betonte, die Ägypter könnten den Palästinensern mit politischer Parteinahme, Hilfslieferungen, Israel-Boykotten und Gebeten helfen. Man verlange von ihnen nicht, zu marschieren.

Kundgebungen sind an diesem Sonntag auch im Südlibanon nahe der Grenze zu Israel und an der Grenze zwischen Jordanien und dem von Israel besetzten Westjordanland geplant. Es ist aber in beiden Fällen nicht zu erwarten, dass die Demonstranten versuchen werden, die Grenze zu überqueren.