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Frankreich schluckt schwer an DSK-Affäre

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Frankreich schluckt schwer an DSK-Affäre

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Die Grande Nation unter Schock: Da wurde einer schon als vielversprechender Herausforderer von Präsident Sarkozy gehandelt - und dann führt man ihn in Handschellen ab. Dominique Strauss-Kahns sozialistische Parteigenossen halten dennoch am Terminkalender ihrer Vorwahlen vor der Präsidentschaftwahl im kommenden Jahr fest - und die Kandidatenfrage ist in vollem Gange.
 
Zum Fall Strauss-Kahn wiegelt Parteisprecher Benoît Hamon ab: “In einer solchen Situation der Ungewissheit müssen wir Sozialisten uns an die Prinzipien halten: Erstens, immer wieder zu sagen, dass für Strauss-Kahn zunächst einmal die Unschuldsvermutung gilt. Zweitens, dass es unsinnig ist, die Geschichte schon vorab zu schreiben.“  
 
Auch die politischen Gegner üben Zurückhaltung. Erstes mutmaßliches Opfer sei das Zimmermädchen, doch ein weiteres Opfer sei Frankreich, erklärte Umweltministerin
Nathalie Kosciusko-Morizet von der konservativen Partei UMP. Der Generalsekretär der Partei Jean-François Copé äußerte sich ähnlich: “In einem solchen Moment denken wir natürlich auch an das Image Frankreichs. Denn es ist klar: Wenn man sich vorstellt, dass diese Bilder um die Welt gehen, immer wieder in der Schleife – das ist natürlich ein Gesprächsthema. Wir stehen alle unter dem Schock des wirklich schwerwiegenden Charakters dieser Affäre.”
 
Die französische Öffentlichkeit schwankt zwischen dem Image des hochgelobten Politikers und der Erinnerung an frühere Affären von “DSK”:
 
“Leider wird ihm so etwas nicht zum ersten Mal vorgeworfen und es wäre schade, wenn dies einen Mann seines Formats daran hindert, für die Präsidentschaft zu kandidieren”, meint ein Pariser Passant. Für einen anderen steht fest: “Für mich ist er Opfer eines Komplotts.”