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Rücktritt für Strauss-Kahn immer unvermeidlicher

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Rücktritt für Strauss-Kahn immer unvermeidlicher

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Der Druck auf IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, zurückzutreten, wächst: Die USA, das wichtigste Geberland des Fonds, forderten seine Ablösung. Zuvor hatten sich schon europäische Finanzministerinnen von Strauss-Kahn distanziert. US-Finanzminister Timothy Geithner wurde noch deutlicher:

“Er ist offensichtlich nicht in einer Lage, in der er den IWF weiter führen kann. Es ist deshalb wichtig, dass der Verwaltungsrat förmlich jemand anderen für eine Übergangszeit als geschäftsführenden Direktor einsetzt.”

Derzeit hat die offizielle Nr. 2 , der Amerikaner John Lipsky, die Führung des Internationalen Währungsfonds übernommen. Doch er will im August seinen Posten aufgeben. Bislang besetzten traditionell die USA die Spitze der Weltbank und Europa die des IWF. Dies könnte sich nun zu Gunsten der Schwellenländer ändern.

Politikforscher Daniel Gros von der Brüsseler Denkfabrik Centre for European Policy Studies: “Wir hoffen auf einen Wandel. Der Nachfolger sollte nach Verdienst ausgewählt werden. Und die Europäer sollten einsehen, dass sie zwar die größten Anteilseigner, aber auch die größten Schuldner beim IWF sind. Deshalb haben sie nicht länger automatisch das Recht, diesen Posten zu besetzen.”

Das Führungsgremium des IWF versucht bislang vergeblich, Kontakt mit dem inhaftierten Chef aufzunehmen. Für mehr Gewicht der Schwellen- und Entwicklungsländer beim IWF hatte sich Strauss-Kahn selbst eingesetzt.

Es sind aber auch zahlreiche Europäer für seine Nachfolge im Gespräch. Bundeskanzlerin Merkel sprach sich für einen Europäer an der Spitze des IWF aus.