Eilmeldung

Eilmeldung

"Strauss-Kahn K.O.": Franzosen verlieren Hoffnungsträger

Sie lesen gerade:

"Strauss-Kahn K.O.": Franzosen verlieren Hoffnungsträger

Schriftgrösse Aa Aa

57 Prozent der Franzosen glauben an ein Komplott gegen Strauss-Kahn: Das ergab die erste Meinungsumfrage nach Bekanntwerden des Falls, die am Montag in Frankreich durchgeführt und nun veröffentlicht wurde. Knapp über die Hälfte glaubt demnach aber weiterhin, dass die Sozialisten die Präsidentschaftswahl gewinnen können.

Auch ohne Strauss-Kahn, denn: “Egal, wie die Ermittlungen und das Verfahren ausgehen, ob seine Unschuld nachgewiesen wird oder nicht: In jedem Fall ist sein Image irreparabel angekratzt – und seine Karriere schlagartig gestoppt”, spricht eine Passantin in Paris vielen Landsleuten aus dem Herzen.

“Das ist das amerikanische System, man hält die Verdächtigen gleich für schuldig, sie werden in Handschellen abgeführt. Klar hat das Frankreich erschüttert. Ich komme aus Belgien, und trotzdem hat mich das schockiert. Immerhin galt er als Anwärter auf das Präsidentenamt”, sagt ein belgischer Passant.

Strauss-Kahn hatte bisher nicht offiziell zur Kandidatur Stellung genommen. Doch gegenüber der Zeitung Libération soll er bestätigt haben, kandidieren zu wollen, wie das Blatt an diesem Mittwoch bekanntgab. Dabei habe er auf seine Kompetenz, Erfahrung und Besonnenheit verwiesen.

Die Analyse des Politikforschers Dominique Moisi: “Als Chef des IWF hat er bemerkenswerte Arbeit geleistet. Beruflich kann man ihn nur loben. Vielleicht gibt es eine helle und eine dunkle Seite seiner Persönlichkeit, aber da geht es um Privatangelegenheiten, nicht um berufliche oder politische Dinge. Aber ich denke nicht, dass er sich politisch von solch einem Skandal erholen kann – selbst wenn seine Unschuld bewiesen wird.”

Laut der jüngsten Umfrage hat nun der Sozialist

François Hollande die besten Chancen, Amtsinhaber Nicolas Sarkozy in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl zu schlagen. Dessen aussichtsreichster Rivale dürfte ausgeschieden sein.